Conscious Cooking on a Budget Challenge ‒ Bewusst kochen mit wenig Geld

Bewusst kochen mit wenig Geld

Lebensmittel kosten Geld. Das sollte jedem klar sein, spürt man es nunmal sehr genau am eigenen Geldbeutel. Doch welche Kosten noch dahinter stecken, die unserem Auge fern bleiben, damit befassen sich nur wenige. Ich rede von den Umweltschäden, den unfair entlohnten Menschen und den leidenden Tieren, die während der Produktionskette weit weg von unserem wohlig warmen Zuhause und unserem gut gefüllten Kühlschrank kaum Beachtung finden.

Einkaufen mit Baumwollbeuteln statt Plastik

Bio-Baumwollbeutel sind nicht nur besser für die Umwelt, sie sind auch extrem praktisch und hübsch. Ich hab welche von Naturtasche*, Greenderella* und Re-Sack zuhause.

Sicherlich haben nach diesen ersten drei Sätzen bereits einige Leser diese Seite wieder geschlossen. Das ist absolut okay. Denn ihr seid noch da ‒ ihr seid bereit für ein Gespräch auf Augenhöhe. Euch lade ich dazu ein, mich einen Monat lang zu begleiten, mir über die Schulter zu schauen, mir Tipps zu geben und gemeinsam etwas bewusster in jeden Tag zu gehen.

Unter „conscious cooking“, also bewusster Ernährung verstehe ich die Wertschätzung und Wahrung meiner Gesundheit sowie der von Tieren und an der Produktion beteiligten Menschen. Auch der Schutz der Umwelt und Ressourcenschonung spielen dabei für mich eine wichtige Rolle.

Challenge und Blog-Geburtstag

Nun zu meinem Vorhaben: Ich möchte vier Wochen, genauer gesagt 28 Tage lang so günstig und bewusst wie möglich Lebensmittel einkaufen. Der 1. März 2017 soll mein Startdatum sein. Das passt nicht nur hervorragend, weil ich weniger Geld ausgeben und mir wertvolle Spartipps für die Zukunft aneignen möchte. Mein Blog think less feiert im März auch sein 1-jähriges Jubiläum! Vor einem Jahr hab ich mich getraut und meine WordPress-Seite online gestellt und schreibe seit dem über alles, was mich eben so beschäftigt. Ganz gut zum Thema bewusste Ernährung passt zudem, dass am 1. März auch die Fastenzeit beginnt. Also alles nur gute Gründe, die mich zu der Challenge bewegt haben.

Nicht nur günstig, sondern bewusst einkaufen

An der Überschrift dieses Beitrags merkt ihr sicher schon, dass es mir nicht einfach nur um günstiges Kochen geht. Das wär ja zu simpel. Mir geht es darum, dass ich beim Lebensmitteleinkauf versuchen möchte, sowohl Geld zu sparen bzw. sinnvoll zu investieren als auch auf diverse Punkte zu achten, die in meinem Leben immer wichtiger werden:

  • wenig Plastik-Verpackung
  • viele vegane Zutaten
  • viele unverarbeitete Produkte
  • Regionalität und Saisonalität
  • wenig Zucker (kein weißer)
  • nach Möglichkeit bio und fair trade
  • und dabei so wenig Geld wie möglich ausgeben

Mein Anspruch ist dabei nicht alles perfekt hinzubekommen. Sowas ist bei mir trotz nervigem Perfektionismus (oder gerade deshalb?) von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Nein, ich möchte allerdings die genannten Kriterien vor und bei jedem Einkauf bewusst im Kopf haben und sehen, was ich mit einem geringeren Budget als sonst so bewerkstelligen kann. Ich betrachte das als Herausforderung, aus der ich mir vieles mitnehmen kann und dann nachhaltig anwenden möchte.

Mein Challenge-Budget

Da ich wirklich nicht gut im Sparen bin und die Challenge dennoch schaffbar sein soll, habe ich mich dazu entschieden, dass erstmal nur Lebensmittel in die Challenge einfließen. Die anderen Baustellen wie Kosmetika, Hygieneprodukte, Klamotten etc. lasse ich an dieser Stelle einfach außen vor, widme mich ihnen aber ganz sicher an anderer Stelle in diesem Blog.

Weil ich mir mit der Setzung des Budgets sehr unsicher war, hab ich 23 Menschen aus meinem Bekanntenkreis befragt. Darunter war von der Mutter zweier Kinder, über den städtischen Studenten bis zur Selbstständigen ohne Kinder im Haus alles dabei. Es herrschte bei der Umfrage ein gutes Verhältnis von sehr sparsamen und nicht so sparsamen Menschen. Alle teilten mir einen ihrer Meinung nach ausreichenden Betrag pro Monat mit, der für sie allein rein für Lebensmittel reichen würde.

Den Durchschnittswert von 160 € finde ich realistisch und dennoch anspruchsvoll, weshalb ich ihn auch als Budget für meine Challenge festgesetzt habe. Das sind 40 € pro Woche bzw. 5,71 € pro Tag und somit weniger als ich sonst ausgebe. Ich bin mir dessen bewusst, dass einige Menschen ganz easy mit weit weniger klarkommen. Dafür bin ich wie gesagt nicht sparsam und genügsam genug und ich möchte ja auch ein paar Punkte bei den Einkäufen berücksichtigen und am Ende der Challenge nicht deprimiert, sondern motiviert sein.

Rahmenbedingungen

Natürlich hab ich gestern nicht meine komplette Küche leer geräumt, um die Challenge unter perfekten Voraussetzungen zu starten. Das wäre alles andere als bewusst und nachhaltig. Seit dem das Projekt in meinem Kopf reift hab ich allerdings darauf geachtet, dass ich nicht zu viele verderbliche Lebensmittel einkaufe. Meine Einkäufe erfasse ich für die Challenge in Fotos und in Zahlen. Sollte ich doch mal etwas verwenden, was ich mir nicht extra neu gekauft habe ‒ z.B. Agavendicksaft, weil ich davon noch eine volle Flasche da hab oder Salz und Pfeffer, was in so ziemlich jedem Haushalt zu finden ist ‒ informiere ich euch transparent darüber. Auch beim Zusammenrechnen der Kosten werde ich das bestmöglich berücksichtigen.

Einkäufe zum Challenge-Auftakt

Meine Marktschwärmer-Bestellung hol ich morgen ab, daher hab ich natürlich auch noch kein Bild für euch. Dafür von allem anderen, was ich mir schon mal für die kommenden Tage und Wochen gekauft hab.

verpackungsfreier Einkauf im Lose Dresden

Zero Waste könnte nicht einfacher sein: Im Lose Dresden hab ich mich mit trockenen Lebensmitteln und Erdnussmus eingedeckt und dabei Null Komma Null Plastik nach Hause geschleppt. Win! Kosten: 12,58 €

Bio-Lebensmittel von der Verbrauchergemeinschaft Dresden Mitte

Meinen zweiten größeren Einkauf hab ich bei der Verbrauchergemeinschaft getätigt. Nicht alles regional, aber viel Bio. Kosten: 17,01 €

Tee und Keimlinge von Sonnentor

Da ich jeden Tag fast ausschließlich Tee trinke und ich bisher einzelne Tütchen genutzt habe (viel zu viel Müll!), hab ich mir leckeren losen Tee von Sonnentor besorgt. Außerdem befüll ich mal wieder mein Keimglas*. Ist übrigens alles biologisch abbaubar ‒ auch das, was nach Plastik aussieht. Kosten: 10,74 €

Bio-Produkte von dm

Bei dm hab ich zwar nichts verpackungsfrei bekommen, dafür aber alles Bio und ziemlich günstig. Kosten: 10 € glatt (Na wenn das kein Glück bringt…)

vorwiegend Bio-Produkte aus dem Kaufland

Auch im Kaufland kann man gutes Zeug zum kleinen Preis finden. Die frischen Sachen sind nicht regional. Dafür ist beim Rest viel Bio dabei. Kosten: 13,62 €

Warum tu ich mir das an?

Anreiz für diese Challenge ist u.a. meine Ernährungsumstellung, die sich seit etwa einem Jahr immer mehr einschleicht. Jahrelang hab ich das billigste Fleisch gebraten, überall bedenkenlos Käse draufgeschmissen, Junkfood in mich reingestopft, Wasser aus Plastikflaschen getrunken, Veganer für bescheuert gehalten, Salat in Plastik gekauft und Unmengen Lebensmittel in den Müll befördert. Seit einem Jahr sieht das ein wenig anders aus. Ich bin keine Veganerin, lebe nicht zero waste und bin alles andere als eine Superfrau, die euch ein Stück ihrer Perfektion abgibt. Nein. Aber ich informiere mich, esse bedeutend weniger tierische Produkte, suche nach verpackungsfreien Alternativen, kaufe öfter regional und saisonal und versuche mich täglich ein kleines Stückchen weiterzuentwickeln.

Start where you are. Use what you have. Do what you can.
Arthur Ashe

Auch möchte ich mit Vorurteilen aufräumen, die ich beachtlich oft auch von Menschen höre, denen ich etwas mehr Weitsicht und Verständnis unterstellt hätte. Hier ein kleiner Auszug: „Veganer ernähren sich nur von genmanipuliertem Tofu, der den Regenwald zerstört.“, „Gesunde Lebensmittel sind zu teuer.“, „Wir brauchen keine vegane Diät.“,  „Bio ist gleich öko.“, „Vegan ist eine Mangelernährung und schmeckt nicht.“ und so weiter. Ich denke ihr versteht worauf ich hinaus will.

Informationen rund um bewusste Ernährung

Da ausführliche Hintergrundinformationen den Rahmen dieses Blogbeitrags sprengen würden, gebe ich euch meine derzeit liebsten Informationsquellen zu den oben genannten Themen (und mehr) an die Hand:

Dokumentationen

  • Earthlings ‒ Diese Doku zeigt sehr klar und ohne Ausschmückungen, was in ganz normalen Schlachtbetrieben passiert, damit unser Steak auf dem Teller landet. Nichts für schwache Nerven, aber genau das ist die Realität.
  • Cowspiracy ‒ Das war die erste Doku zu dem Thema, die ich mir bewusst angesehen habe. Kip Andersen macht sich auf den Weg entlang der Fleisch-Produktionskette, um herauszufinden was da genau passiert, was für Einflüsse das auf die Umwelt nach sich zieht und warum niemand etwas dagegen tut.

BloggerInnen

  • Dariadaria. ‒ Maddie ist auf vielen Plattformen unterwegs (am liebsten mag ich ihre ehrlichen und hautnahen Istagram-Stories) und mischt eine ordentliche Portion Glamour mit viel Herz und Witz. Von der Fashion-Bloggerin hat sie sich den Sinn für das Schöne bewahrt und vereint ihn jetzt mit fairen, nachhaltigen und tierleidfreien Themen. Sie ist eine große Inspiration für mich und ihren Hund Mala sowie ihren Akzent find ich einfach zuckersüß.
  • Kraftfutter ‒ Pia ist die Friedfertigkeit in Person. Sie hat immer ein Lächeln im Gesicht und Liebe in ihrem Herzen. Ihre veganen Rezepte basieren oft auf Rohkost und ihren selbst-illustrierten Saisonkalender müsst ihr euch unbedingt mal ansehen. Sie arbeitet mit zwei anderen lieben Menschen gerade am Projekt 100 Affen, das uns schon sehr bald eine Plattform für vegane Rezepte von und für jedermann/frau bieten wird.
  • Wastelandrebel ‒ Shias Blog ist DIE deutschsprachige Anlaufstelle wenn es um Müllvermeidung geht. Dort findet ihr einfach zu jedem Thema von Kochen über Haare waschen bis zur Verhütung Anregungen für umweltfreundliche Alternativen. Sie hat auf Cake Invasion! aber auch Rezepte für vegane Naschkatzen parat.

YouTube-Kanäle

  • Vegan ist ungesund ‒ Mit viel Witz, Ironie und gutem Aussehen räumen Aljosha und Gordon mit Vorurteilen über die vegane Ernährungs- und Lebensweise auf. Perfekt, um euren Bacon-liebenden Freunden mit einem Augenzwinkern ein paar Infos unter ihr Mett zu mischen oder sich selbst locker und amüsant an ein schwer verdauliches Thema heranzuwagen.
  • Jenny Mustard ‒ Die englisch-sprechende Schwedin Jenny und ihr Mann David führen ein veganes und minimalistisches Leben in Berlin und lassen uns daran teilhaben. Ihre Videos sind absolut stylisch und beinhalten niemals einen Fingerzeig, nur viel Liebe, Anregungen und natürlich Weiß. Ihre Stimme hat eine fast entspannende Wirkung und ihre Rezepte sind leicht nachzukochen und trotzdem mega fancy. I really love your work, Jenny.

Begleitet mich bei meiner Challenge

Auf dem Blog veröffentliche ich jeweils einen Wochenrückblick, um meine Erfahrungen der Woche gebündelt mit euch zu teilen. Alle, denen das zu wenig ist, lade ich dazu ein mir auf Instagram zu folgen. Dort bin ich weitaus aktiver, weil Instagram für mich nunmal „instant“ ist. Vor allem die Insta-Stories werde ich rege nutzen.

Habt ihr Anregungen zum günstigen Einkauf unter Berücksichtigung der oben genannten Nachhaltigkeits-Punkte oder möchtet ihr interessante Blogs oder Dokumentationen zu diesem Thema teilen? Dann schreibt mir doch einfach! Ich freu mich über euer Feedback und neue Ideen.

Schönes Zitat auf Sonnentor Verpackung

Dieser Spruch auf einer Packung von Sonnentor trifft doch genau ins Schwarze, meint ihr nicht?

Damit starten wir in Woche 1 meiner Conscious Cooking on a Budget Challenge. Ich freu mich drauf!

* Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn ihr die Produkte über diese Links kaufen solltet, kostet euch das nicht mehr als sonst. Ihr unterstützt mich dadurch aber mit ein paar Cent, die ich durch euren Kauf erhalte. Vielen Dank dafür. Natürlich könnt ihr die Produkte auch über jede andere Quelle eurer Wahl beziehen.

Über den Autor

Kim-Alexandra Nagy ist Gründerin dieses Blogs und Mediengestalterin mit Leib und Seele.

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6 Gedanken zu „Conscious Cooking on a Budget Challenge ‒ Bewusst kochen mit wenig Geld

  1. Diana aus Hamburg sagt:

    Hallo Kim, ich hab vorher noch nie etwas von Conscious Cooking gehört. Umso interessierter habe ich Deinen Artikel gelesen und auch über so einiges nachgedacht. Die Rezepte von Dir dazu sind auch lecker. So haben wir schon die Nudeln mit den Linsen ausprobiert.

    Gratulieren auch zu Deinem Blog Geburtstag.

    Diana aus Hamburg

    • Kim-Alexandra Nagy sagt:

      Hallo Diana,

      freut mich, dass meine Blogbeiträge gut bei euch ankamen und zum Nachdenken anregen konnten.

      Die Challenge heißt nur deshalb Conscious Cooking, weil bewusstes Kochen nicht so wohlklingend ist.

      Liebe Grüße aus Dresden

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