Conscious Cooking on a Budget Challenge ‒ Erster Wochenrückblick

veganes Frühstück mit Overnight Oats

Eine Woche ist vergangen seit dem ich in meine vierwöchige Conscious Cooking on a Budget Challenge gestartet bin. Meine Eindrücke und Erfahrungen und natürlich ein paar anschauliche Bilder möchte ich wie versprochen mit euch teilen. Mehr Input gibts wie immer auf Instagram ‒ vor allem in den Stories.

Die Einkäufe der vergangenen Woche

saisonale Lebensmittel von regionalen Bauern

Um den Anteil an regionalen und saisonalen Lebensmittel hoch zu halten, hab ich wieder eine Bestellung bei Marktschwärmer aufgegeben. Alle Erzeugnisse stammen von Gartenbau Kießlich. Leider haben mich die Walnüsse enttäuscht. Zum einen wurden sie mir in einer Plastiktüte überreicht und zum anderen waren sehr viele Schalen leer. Alles andere hat super geschmeckt, auch wenn ich anscheinend keine Rote Beete vertrage, aber dafür kann der Erzeuger ja nichts. Kosten: 9,12 €

Einkaufen ohne Plastik

Auch im Lose Dresden hab ich wieder vorbeigeschaut, weil ich doch mehr Zwiebeln benötigte und eine Abwechslung zu den Vollkorn-Spaghetti gesucht hab. Dabei bin ich auf regionale Gurken aus dem Gewächshaus gestoßen und auf regionalen Couscous. Ich wusste gar nicht, dass man das hier anbauen kann. Sehr cool. Kosten: 3,73 €

Kartoffeln im Papiertütchen

Weil ich für meine vegane Käsesauce (die ich diese Woche noch gar nicht gekocht habe) mehligkochende Kartoffeln benötige, hab ich die mir einfach bei der Verbrauchergemeinschaft gekauft. Kosten: 1,44 €

Lebensmittel im Glas von Zwergenwiese

Im Reformhaus hab ich einen Ketchup ohne Zucker und einen Aufstrich von Zwergenwiese gefunden. Der freundliche Verkäufer hat mich zu der Marke und den einzelnen Sorten ziemlich umfassend beraten. Der Ketchup ist wirklich lecker und sehr tomatig, den kauf ich bestimmt wieder. Kosten: 5,95 €

dm-bio Trockenlebensmittel

Nicht verpackungsfrei, dafür Bio hab ich mir im dm 4-Korn-Flocken, Reiswaffeln und Cashew-Kerne besorgt. Letztere sind ziemlich teuer, aber im dm bekomm ich sie noch am günstigsten. Kosten: 7,55 €

veganer Kaufland-Einkauf

Am unnachhaltigsten (gibts das Wort überhaupt?) hab ich im Kaufland eingekauft. Ich hatte an dem Tag noch nichts im Magen und dank Vegan ist ungesund mega Bock auf Chilli sin Carne, was ich mir mit Tortilla Chips und Käse überbacken hab. Der Pizzaschmelz von Wilmersburger ist nicht billig, aber super lecker. Aufgrund meines Kohldampfes hatte ich nicht die Muse, mich um bessere Chips-Alternativen umzusehen. Könnt ihr mir welche empfehlen? Kosten: 5,37 €

Sushi mit weniger Verpackung bestellen

Mein Freund und ich hatten mal wieder Lust auf Sushi, das wir immer beim Dodo in Dresden Löbtau bestellen. Schmeckt geil und ist sehr günstig im Vergleich zu anderen Restaurants in Dresden. Ich hab dieses Mal versucht der Dame am Telefon zu erklären, dass ich keine Plastikverpackung möchte. Das hat dann leider nur so halb geklappt, aber für nächstes Mal hat sie mir versprochen, gleich alles in meine Glasdosen packen. Seine Bestellung war nicht vegan und wir haben nicht getrennt bestellt, weshalb Surimi und Fischrogen an meinem Essen klebten. Naja, so hatten wir wenigstens nicht noch eine weitere Plastikverpackung bekommen. Kosten: 9,40 €

Was ich bisher ausgegeben und konsumiert habe

Jeden Cent, der meine Geldbörse oder mein Konto verlassen hat, hab ich fein säuberlich aufgelistet. Aber nicht nur das. Vor jeder Mahlzeit hab ich die verwendeten Zutaten abgewogen und notiert. Die 100-Gramm-Kosten-Liste mit diversen Lebensmittelgeschäften, die ich im Vorfeld erstellt hatte, hat mir dabei geholfen schnell für jedes genutzte Gramm einen tatsächlichen Verbrauchs-Preis zu ermitteln. Durch mathematische Rundungen und eine ganz normale Haushaltswaage sind die Zahlen sicher nicht zu 100 % korrekt. Aber ich konnte dennoch recht präzise herausfinden, wie viel ein jedes Gericht gekostet hat und wie sehr sich mein tatsächlicher Verbrauch von der Summe meiner Kassenzettel unterscheidet. Sage und schreibe 109,45 € habe ich in Woche 1 ausgegeben. Das ist die harte Realität. Wirklich verbraucht habe ich allerdings nur Lebensmittel im Wert von 54,39 €. Damit liege ich zwar immer noch 14,39 € über meinem gesetzten Wochenziel, aber das hört sich doch schon viel besser an. Zugegeben, wer wirklich sparen muss, der investiert nicht in z.B. große Mengen, die in der Anschaffung viel kosten, aber einen niedrigen Gramm-Preis haben und somit länger reichen. Aber ganz ehrlich, der oder diejenige würde in der Situation wahrscheinlich auch nicht auf Nachhaltigkeit oder Bioqualität achten, was dieser Challenge sowieso den Sinn nehmen würde. Auch das bestellte Sushi und mein Baumstriezel wären flach gefallen, aber zum normalen Alltag gehört das für mich ab und an einfach dazu. Es geht mir nicht um ein Leben in Askese, sondern darum herauszufinden, ob ein langfrister Lebensstil mit einer nachhaltigen Denkweise wirklich so viel teurer ist wie von der Allgemeinheit angenommen.

zerriebene grüne Teeblätter

Den losen Familientee von Sonnentor trinke ich jeden Tag. Ich komm zwar immer noch nicht auf meine 2 Liter, aber zwei große True Fruits Flaschen sind durchaus drin. Den Tee soll man übrigens vor dem Aufgießen mit den Fingern zerreiben, damit das Aroma besser aus den Blättern treten kann. Für die gesamte Challenge habe ich mir einen Verbrauch von Tee im Wert von 1,08 € ausgerechnet. Dazu hab ich einfach 28 Tages-Portionen in eine Schüssel geworfen, abgewogen und die Kosten ermittelt. Meinen Tee ‒ den für meine Flaschen, nicht für einzelne Tassen ‒ konzentriere ich immer ziemlich mild, weil ich meinem abgekochten Leitungswasser einfach nur etwas Geschmack geben möchte, mehr nicht.

Welche Erfahrungen habe ich mir aus der ersten Woche mitgenommen?

Die offensichtlichste Erfahrung ist, dass eine Umstellung immer erstmal schwierig ist und man seine Gewohnheiten nicht von einen Tag auf den anderen umstellen und dennoch ein optimales Ergebnis erwarten kann. Zumindest geht es mir so. Aber da mach ich mir auch gar keinen Stress. Ich hab so viel Plastikmüll im Vergleich zu meinen bisherigen Einkaufsgewohnheiten gespart und hab jede Mahlzeit sehr zu schätzen gewusst, weil ich mich ganz bewusst und intensiv damit auseinander gesetzt hab. Das ist ein irre geiles Gefühl, weil einfach alles viel besser schmeckt.

Sprossen und Keimlinge selbst ziehen

Ich bin immer wieder überrascht wie viel gesundes Grünzeug aus 3 Teelöffeln (eigentlich etwas zu viel für das Keimglas*) wächst. Der Sonnentor Keim-Mix schmeckt sehr mild und benötigt nicht viel zum Gedeihen.

Viele verarbeitete Lebensmittel hab ich noch geschlossen gelassen und mir lieber selbst was gezaubert. So hab ich z.B. den Zwergenwiese Streich gegen selbstgemachten Hummus getauscht und mir für nächste Woche aufgehoben. Beim Wilmersburger Käse und den Tortilla-Chips oder meiner heißgeliebten Limo von Fritz hab ich dann aber auch gern zum fertigen Produkt gegriffen. Jeden Tag Kochen ist das Eine, aber jeden Tag ein gänzlich neues Rezept zu testen ist etwas ganz anderes und viel nervenaufreibender. Vor allem als Bloggerin ‒ man möchte ja immer ein paar hübsche Fotos schießen, das Essen trotzdem gern warm zu sich nehmen und zum Aufräumen der Küche danach kann ich auch nicht immer meinen Freund vorschieben. Mir ist beim Zusammenrechnen auch aufgefallen, dass selbstgemachte Mandelmilch für mich nicht günstiger ist als die gekaufte. Anders würde es bei Reismilch oder Hafermilch aussehen, weil die Grundtutaten einfach günstiger sind. Leider hat meine Milch im Kaffee auch geflockt, was wohl normal sein soll, aber das war doch sehr gewöhnungsbedürftig. Daher kaufe ich erstmal wieder meine bewährte Lieblings-Sojamilch und probiere andere pflanzliche Milchsorten aus.
Knäckebrot, Gemüse und Overnight-Oats zum Frühstück

Absolutes Highlight unter den neuen Rezepten: Overnight-Oats. Eine Portion kostet 0,69 €, ist schnell zubereitet, sehr abwechslungsreich (auch wenn ich grad die Kombi mit Tiefkühl-Himbeeren am liebsten mag), gesund und super lecker. So viele Jahre hab ich es nicht ausprobiert und wirklich was verpasst. Das Zeug ist DER Shit.

Welche Challenge-Punkte waren sehr leicht oder sehr schwer umzusetzen?

Meiner Erwartung entsprechend und weil ich mich damit bisher wohl am intensivsten befasst habe, fiel es mir mit Abstand am leichtesten mich vegan zu ernähren. Bis auf den Surimi, der meinen Seetang-Salat gestreift hat und die Fischrogen vom Sushi meines Freundes, hab ich tatsächlich kein einziges tierisches Produkt zu mir genommen. Und ich hab dabei nichts vermissen müssen. Wenn ich Bock auf Käse hatte hab ich mir halt den leckeren Wilmersburger geholt. Wenn ich Kaffee trinken wollte hab ich mir einfach Sojamilch reingekippt. So unsagbar einfach, wenn man bereits eine gewisse Gewöhnungszeit hinter sich gebracht hat. Bei mir ist das mittlerweile ein Jahr, in dem ich mir immer intensiver mit veganer Ernährung befasst und neue Rezepte ausprobiert habe.

veganes Sushi mit Gurke und Avocado

Fischrogen-Reste auf meinem veganen Sushi konnte ich leider nicht vermeiden, weil mein Freund und ich zusammen bestellt und daher alles in einer Verpackung bekommen haben.

Das Verbannen von Plastik hätte ich definitiv intensiver betreiben können. In der Verbrauchergemeinschaft, im Lose Dresden und bei Marktschwärmer bekommt man sehr viele Lebensmittel verpackungsfrei. Allerdings kann man bei den Marktschwärmern nur ein Mal wöchentlich kaufen, was ein wenig Planungstalent voraussetzt und manch ein Erzeuger muss noch von seinen letzten Plastikresten wegkommen. Das Einkaufen in der Verbrauchergemeinschaft wird durch eine Mitgliedschaft günstiger. Die hab ich allerdings (noch?) nicht. Und der Lose Dresden ist für mich einfach nicht so optimal zu erreichen, weshalb ich da eher selten vorbei komme. Für mich war es am schwierigsten saisonale Produkte zu kaufen. Damit hab ich mich einfach noch nicht so lange beschäftigt und es hätte üppigere Jahreszeiten gegeben, die das Experiment vereinfachen würden. Da ist dann eben doch mal der Blumenkohl aus Frankreich im Korb gelandet und meine Cashew-Kerne aus tropischen Anbaugebieten wollte ich auch noch nicht hergeben, weil sie einfach in sehr vielen Rezepten anstelle von Milcherzeugnissen Verwendung finden. Ich halte aber meine Augen und Ohren nach Alternativen offen.
veganer Parmesan aus Cashew-Kernen

Cashew-Kerne kommen in vielen veganen Rezepten vor, um Milch, Käse und andere Milcherzeugnisse zu ersetzen. Dieser vegane Parmesan besteht lediglich aus Chashew-Kernen, Hefeflocken und Salz. Klar, echter Parmesan schmeckt anders, das hat mich aber nicht davon abgehalten die vegane Variante so ziemlich überall drauf zu kippen. Nom.

Ziele für die kommende Woche

In dieser Woche möchte ich den Einkauf von teuren Produkten einschränken, jedoch die bereits gekauften Lebensmittel ‒ wie Cashew-Kerne ‒ aufbrauchen. Damit senke ich zwar noch nicht die realen Verbrauchskosten, lege aber den Grundstein, das in der dritten Woche anzugehen. Ich möchte auch gern regelmäßiger essen und meine Mahlzeiten besser planen. Zu sehr hat es mich geärgert, dass ich zwei Tage lang auf meine geliebten Overnight-Oats verzichten musste, weil ich am Vorabend nicht dran gedacht hatte oder zu bequem war. Die letzten Abende hab ich auch oft schlimmen Hunger gehabt und mit Lustlosigkeit kämpfen müssen, weil ich wenig oder gar kein Frühstück und Mittagessen zu mir genommen hatte. Nicht gut. Also lasst uns in Woche 2 meiner Conscious Cooking on a Budget Challenge starten und einfach mal sehen, was sich in der kurzen Zeit ändert oder was ich beibehalten werde. Ich zieh mir jetzt den Rest meines Chili sin Carne mit Wilmersburger Pizzaschmelz und Tortilla-Chips rein ‒ just because. Macht euch ne schöne Woche und genießt jede eurer Mahlzeiten.

* Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn ihr die Produkte über diese Links kaufen solltet, kostet euch das nicht mehr als sonst. Ihr unterstützt mich dadurch aber mit ein paar Cent, die ich durch euren Kauf erhalte. Vielen Dank dafür. Natürlich könnt ihr die Produkte auch über jede andere Quelle eurer Wahl beziehen.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.