Conscious Cooking on a Budget Challenge ‒ Vierter Wochenrückblick und Fazit

Reiswaffel mit Margarine und Marmelade

Vor vier Wochen bin ich in meine Challenge gestartet und heut schließe ich sie ab. Welche Angewohnheiten ich beibehalten werde, was ich so nicht wieder machen würde und natürlich ob das Budget eingehalten werden konnte, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Die Einkäufe der vergangenen Woche

frisches Gemüse vom regionalen Bauern

Bei den Marktschwärmern hab ich den einzigen „richtigen“ Einkauf der Woche abgeholt. Leider hatte ich dieses Mal gleich drei Plastiktüten darunter. Nicht schön… Kosten: 5,23 €

Was ich bisher ausgegeben und konsumiert habe

In der vergangenen Woche war ich die meiste Zeit unterwegs und hatte in den wenigen ruhigen Stunden auch keine Lust zum Kochen. Deshalb habe ich mich an einfache Rezepte gehalten, die man für mehrere Mahlzeiten vorbereiten kann und habe öfters außer Haus gegessen. Dadurch war die Kostenaufschlüsselung dieses Mal etwas schwieriger. Letztlich hab ich mich für folgende Taktik entschieden: Wenn ich z.B. eine Limo getrunken habe, dann kamen meine tatsächlichen Ausgaben auf die Liste der Einkäufe. Und die Summe, für die ich die Limo im Handel bekomme, kam auf die Verbrauchs-Liste.

Ich hab mir beim Rekapitulieren aller Gerichte Mühe gegeben, kann aber nicht garantieren, dass das Ergebnis 100%-ig stimmt. Dazu war ich einfach zu oft in Eile und hab mir nicht gleich alles genau aufgeschrieben.

So bin ich auf folgende abschließende Zahlen für die gesamte Challenge gekommen:

  • 198,75 € reale Kosten (was von meinem Konto abging)
  • 166,89 € tatsächlicher Verbrauch (was in meinem Magen landete)

Nun, damit wären wir mit beiden Rechnungsweisen über die gesetzten 160 € Budget drüber. Aber ich finde, mit knapp 7 € kann sich das Ergebnis des tatsächlichen Verbrauchs sehen lassen. Die Differenz kommt dadurch zustande, dass einige Lebensmittel noch ungeöffnet in meiner Küche stehen und dass ich in der letzten Woche öfter als gewöhnlich außer Haus gegessen habe, was nunmal fast immer teurer ist als es selbst zuzubereiten.

Misosuppe, Frühlingsrollen und vegetarisches Sushi

Weil ich vergangene Woche viel unterwegs war und mich vor Arbeit kaum retten konnte, hab ich wenig gekocht und öfter mal außerhalb gegessen oder Essen bestellt. Sushi steht dann immer ganz oben auf der Liste.

Welche Erfahrungen habe ich mir aus der Challenge mitgenommen?

Immer noch Nummer 1 unter den gewonnenen Erfahrungen ist das Planen. Ich habe momentan keinen festen Tagesablauf und ständig spontane Termine, die mir das Planen meiner Mahlzeiten erschweren. Tu ich mich doch auch so schon schwer genug damit.

Jahrelang hab ich versucht den Spruch meiner Mutter „Leitungswasser ist ungesund.“ zu verdrängen. Innerhalb dieser Challenge ist mir das plötzlich gelungen, obwohl ich es nicht darauf angelegt hatte. Schon lange trinke ich Limo nur noch als Belohnung und nicht täglich. In den letzten Monaten hab ich mir immer Tee gekocht und diesen abgekühlt getrunken. Der Aufwand hat mich so angenervt, dass ich mir einfach mal meine Flasche mit Leitungswasser gefüllt habe. Und siehe da, nach 2 Wochen Leitungswasser lebe ich noch. Leitungswasser wird in Deutschland sehr streng kontrolliert und Mineralwasser kommt für mich nicht in Frage. Unnötiges Flaschen-Schleppen und desaströse Zustände hinter bekannten Marken haben mir das recht schnell ausgetrieben.

Von den Supermärkten und vor allem von Bauernmärkten wie Marktschwärmer würde ich mir in Zukunft wünschen, dass ich dort komplett verpackungsfrei einkaufen kann. Lose Dresden und viele andere machen es vor, also kann es zumindest kein Ding der Unmöglichkeit sein. Stoffbeutel und Gläser sind vorhanden, also gebt mir doch bitte eine Möglichkeit, meine Karotten in Zukunft nicht in einem Plastikbeutel entgegen nehmen zu müssen.

veganer Parmesan selbstgemacht

Vom veganen Parmesan aus Woche 1 war tatsächlich noch etwas übrig, womit ich einige Gerichte aufpeppen konnte.

Hin und wieder wollte ich aus Bequemlichkeit zu nicht veganen Produkten greifen. Im großen und Ganzen ist eine vegane Ernährung aber immer leichter machbar, weil immer mehr Alternativen angeboten werden und weil man sich natürlich immer mehr damit beschäftigt und einfach weiß, welche Lebensmittel man bedenkenlos zu sich nehmen kann. Ich werde sicherlich ab und an noch zu Fleisch und Milchprodukten greifen, aber jeden Tag werde ich ein kleines Stückchen mehr sensibilisiert und greife dann doch lieber zum Gurkensalat als zum Hamburger. Wer weiß, vielleicht ernähre ich mich doch noch irgendwann komplett vegan. Ich wehre mich auf jeden Fall nicht dagegen und probiere weiter viele neue Rezepte aus.

By the way, das Café „v-cake“ in Dresden feiert diesen Samstag unter neuer Leitung Wiedereröffnung. Eine perfekte Gelegenheit, Veganismus von seiner leckersten Seite kennenzulernen. Am gleichen Tag feiert der Verpackungsfrei-Laden Lose Dresden seinen zweiten Geburtstag. Wenn das nicht ein wunderbarer Grund für einen Abstecher in unsere bunte Neustadt ist.

Welche Gerichte sind besonders günstig?

Sehr interessant wurde meine Excel-Tabelle, als sich so langsam abzeichnete, welche Lebensmittel sehr günstig oder sehr teuer sind. Und vor allem wie viel man davon im jeweiligen Gericht verwendet. Mir war vorher der Wert einer einzelnen, selbstgekochten Mahlzeit nicht so bewusst. Ich verrate euch, welche Rezepte sich für mich in den vergangenen vier Wochen als sehr günstig entpuppt haben:

  • Spaghetti mit Linsen-Bolognese reicht für ca. 3 bis 5 Mahlzeiten und kostet 1,96 €
  • eine Ladung Waffelteig reicht für etwa 8 Waffeln und kostet 1,17 €
  • Overnight-Oats kosten pro Portion 0,69 €
  • Chili sin Carne hat bei mir fast eine Arbeitswoche gefüllt und kostet 6,15 €
  • asiatische Nudelsuppe ist sehr anpassbar und kostet etwa 1,26 €
  • Blumenkohl-Pizza für zwei Portionen kostet 1,76 €
  • mit 2,00 €pro 1000 Liter ist Trinkwasser definitiv das günstigste Getränk

Preiskiller waren Schokolade, Cashew-Kerne und verarbeitete Produkte wie Marmelade oder Aufstrich.

Die Zahlen können natürlich variieren, je nach dem wie viel eure Produkte gekostet haben und wie groß eure Portionen ausfallen.

Pasta mit roten Linsen

Diese vegane Linsen-Bolognese hat mich gleich mehrere Tage satt und glücklich gemacht. Das Rezept hab ich von Mein kleiner Foodblog.

Fazit

Entgegen eurer sehr lieben Nachrichten würde ich mich nicht als Vorbild bezeichnen. Ich bin meistens ganz schön bequem und meine Ausdauer hat nicht nur beim Sport Verbesserungs-Potenzial. Gerade gegen Ende der Challenge hatte ich immer öfter Durchhänger. Der Umstand, dass mir alle Welt bei dieser persönlichen Challenge auf die Finger schauen konnte und ich jeden Cent dokumentieren wollte, hat einfach so großen Druck aufgebaut, dass mich es hier und da richtig angenervt hat.

Als mittelmäßig-fauler Endkonsument mag ich also behaupten, dass die Erzeuger und Händler noch eine Menge dafür tun können und meiner Meinung nach müssen, dass ein verpackungsfreier, gesunder Einkauf leichter von der Hand geht. Die Umstellung der eigenen Ernährung bzw. Konsumgewohnheiten erfordert Zeit. Nicht jeder Mensch ist dazu von heut auf morgen in der Lage und das soll ja auch gar nicht das Zeil sein. Es wäre aber wirklich schön, wenn sich alle Schritt für Schritt weiter in eine grünere Zukunft bewegen. Es ist schon lange überfällig, dass wir Einweg-Geschirr und Plastiktüten abschaffen, unnötige Zutaten aus den Produkten streichen und uns ins Bewusstsein rücken, welchen Einfluss solch simple, tagtägliche Entscheidungen wie die Wahl unseres Mittagessens für uns, unsere Mitgeschöpfe und unsere Umwelt haben.

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Ergebnis meiner Challenge zufrieden. Ich fühle mich um viele Erfahrungen reicher und bin nicht allzu weit am Budget vorbei geschrammt. Hochwertige Produkte sind nicht automatisch teurer und günstige nicht automatisch schlecht. Wichtig ist, sich damit zu befassen und für sich selbst abzuwägen, welche Kriterien man als wichtig empfindet. Ich werde weiterhin versuchen meinen Müllberg zu schrumpfen, mich ausgewogen und größtenteils pflanzenbasiert zu ernähren und zu hinterfragen wo mein Essen herkommt und was an dessen Erzeugung alles dranhängt.

 

Über den Autor

Kim-Alexandra Nagy ist Gründerin dieses Blogs und Mediengestalterin mit Leib und Seele.

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3 Gedanken zu „Conscious Cooking on a Budget Challenge ‒ Vierter Wochenrückblick und Fazit

  1. Diana aus Hamburg sagt:

    Hallo Kim, Danke, dass Du uns an Deiner Challenge hast teilhaben lassen. Einiges werden wir sicher auch mal ausprobieren. Diana aus Hamburg

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