Conscious Cooking on a Budget Challenge ‒ Zweiter Wochenrückblick

Einkauf aus dem VG-BioMarkt Dresden Mitte

Wir befinden uns am Ende der zweiten Woche der Conscious Cooking on a Budget Challenge. Die vergangene Woche war vor allem durch einen Umstand geprägt: Mir wurde eine Verhütungsspirale eingesetzt. Was das mit dieser Lebensmittel-Challenge zu tun hat? Jede Menge! Zum einen hatte ich absolut keine Kraft und Lust zum Einkaufen oder Kochen, geschweige denn zum Gramm-genauen Auflisten meiner Mahlzeiten. Zum anderen war auch mein Appetit durch die Schmerzen und das Unwohlsein stark beeinträchtigt.

Weil es mir ein paar Tage wirklich nicht gut ging und ich mich nicht in dem Maße auf die Challenge einlassen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte, habe ich beschlossen ein Cheat-Wochenende einzulegen. 3 Tage lang habe ich die Challenge außer Acht gelassen und mich nur auf meinen Körper und seine Erholung konzentriert. Das berücksichtige ich natürlich in der Kostentabelle. Ich habe mich in der Zeit dennoch hauptsächlich vegan, teils aber auch nur vegetarisch ernährt. Auch wenn man sich vom Schnizz mittlerweile fleischfreie Schnitzel (nach dem Aussehen zu urteilen mutmaße ich mal, dass die von Valess sind) liefern lassen kann, werden diese hauptsächlich aus Milch hergestellt und sind somit nicht vegan.

Die Einkäufe der vergangenen Woche

regionales und saisonales Gemüse aus Bauernhand

Die Marktschwärmer hatten eine Pause angekündigt, weshalb ich mich nochmal mit Zwiebeln und Kartoffeln eingedeckt habe. Außerdem hab ich eine Sellerieknolle und Feldsalat bekommen. Alles regional und frisch. Nur leider kam der Salat mit einer Plastiktüte. Kosten: 7,10 €

Bio-Lebensmittel aus der Verbrauchergemeinschaft

Im Bio-Markt der Verbrauchergemeinschaft bin ich schwach geworden und hab auch zu etwas teureren Produkten gegriffen. Meine derzeitige Lieblings-Marmelade von Zwergenwiese und Tempeh sind im Korb gelandet. Außerdem hab ich 5-Korn-Flocken für meine geliebten Overnight-Oats besorgt, vielseitige Hefeflocken, Hafer-Sahne und Champignons. Die Tomaten und Bananen sind nicht regional. Kosten: 20,36 €

Grünkernschrot, Zitronensaft und Sojamilch

Im Kaufland landeten meine Lieblings-Sojamilch von Alpro, Zitronensaft und Grünkernschrot in meinen Stoffbeutel. Kosten: 5,23 €

Was ich bisher ausgegeben und konsumiert habe

Von dem Chili sin Carne von letzter Woche konnte ich mich tatsächlich noch einige Tage ernähren, was meine Nachlässigkeit fast schon wieder ausgeglichen hat. Den Rest verdanke ich dann wohl meinem geringen Appetit der letzten Tage. Denn ich bin mit 33,18 € tatsächlichem Verbrauch wesentlich besser dran als letzte Woche mit 56,32 €. Das ist eine Wochenersparnis von 23,14 € und beweist, dass man bei einer sparsamen Ernährung nicht zwangsläufig alle Verabredungen und Restaurants meiden muss. Beim Italiener hatte ich z.B. nur einen gemischten Salat und ein Ginger Ale bestellt. Hätte ich die Reste mitgenommen (daran hatte ich in dem Moment gar nicht gedacht, damn), hätte ich ein weiteres Mittagessen von der Kostenliste streichen können.

mit Käse überbackenes veganes Chili

Chili sin Carne nach Gordon-und-Aljosha-Art mit Tortilla-Chips und Wilmersburger Pizzaschmelz überbacken.

Die realen Ausgaben weichen hier natürlich wieder stark ab. In der ersten Woche hatte ich 109, 45 € ausgegeben, in der vergangen Woche deutlich weniger: gerade mal 46,62 €. Das liegt immer noch über dem Wochenverbrauch von 40 €, aber es besteht immer noch die Möglichkeit die Challenge im Budget zu schaffen. Immerhin hab ich noch einige Lebensmittel in der Küche, die ich noch nicht mal angerührt habe.

Also nochmal der Zwischenstand zum Mitschreiben:

  • 156,07 € reale Kosten (was von meinem Konto abging)
  • 99,37 € tatsächlicher Verbrauch (was in meinem Magen landete)

Es ist also noch immer ein Budget ‒ wenn auch ein sehr ambitioniertes ‒ in Höhe von 60,63 € nach der Verbrauchs-Rechnung übrig. Für mich ist vor allem der tatsächliche Verbrauch interessant, weil ich eher in größere Lebensmittel-Mengen investieren würde, dadurch weniger für das Gramm zahle und im Endeffekt wesentlich länger und günstiger auskomme. Nicht zu vergessen der Verpackungsmüll, den man einspart, wenn man nicht immer die kleinste Tüte aus dem Regal fischt. Das bietet sicher noch so viel Potenzial wenn man sich mal die Mühe macht und nach z.B. Online-Händlern sucht, die Großpackungen anbieten. Werde ich in Zukunft auf jeden Fall beherzigen.

Welche Erfahrungen habe ich mir aus der zweiten Woche mitgenommen?

Weniger ist mehr! Vor allem durch meine 3-tägige Auszeit kam ich in Situationen, in denen ich mich darüber geärgert habe, dass ich zu viel gekauft habe. Da wurde der letzte Schluck Tomaten-Passata nicht rechtzeitig vorm Schlechtwerden verbraucht, die Kartoffeln fingen an zu sprießen und man fühlt sich dazu genötigt Rezepte umzusetzen, auf die man gerade absolut keine Lust hat, weil die Zutaten sonst im Müll landen würden.

Welche Challenge-Punkte waren sehr leicht oder sehr schwer umzusetzen?

Wie bereits am Anfang erwähnt, hatte ich die vergangene Woche mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen und so gar keine Lust und Kraft zum Kochen. Das führte dazu, dass ich mir eben ein vegetarisches Schnitzel bestellt hab oder auswärts essen war. Am Sonntag war ich z.B. bei Freunden in Leipzig zum Brunchen eingeladen, weshalb ich an dem Tag nichts für Lebensmittel ausgegeben habe. Beim Brunch gab es außer Salat, Brötchen und Margarine nichts für Veganer. Nichtsdestotrotz hab ich mich zwar nicht mehr zu 100%, aber immernoch überwiegend vegan und komplett vegetarisch ernährt.

Schwer fiel mir also weniger die vegane Ernährung an sich, als viel mehr der Umstand, dass ich auf Fertigprodukte und von anderen Menschen gekochte Speisen zurückgegriffen habe. Es stecken nunmal immernoch in Unmengen von vegetarischen Produkten tierische Bestandteile und nicht jeder Koch ist schon mit Veganern in Berührung gekommen und dafür sensibilisiert. Ich hab daher auch keine Ahnung ob in meinem Salatdressing beim Italiener Milch oder Sahne verarbeitet wurde.

Tempeh, Kartoffelpuffer und dunkle Soße vegan

Bambes (vogtländische Kartoffelpuffer) mit gebratenem Tempeh und einer super leckeren veganen dunklen Sauce.

Nach wie vor sind mir die vielen Verpackungen ein Dorn im Auge. Zwar stoße ich immer öfter auf biologisch abbaubare oder wiederverwendbare Alternativen, aber manch eine Plastikverpackung geht mir einfach nicht in den Sinn. Bei manchen Herstellern müsste ich auch nochmal genauer recherchieren, ob deren Verpackungen, die wie die von Sonnentor nach Plastik aussehen, auch biologisch abbaubar sind. Zumindest hat mich das angespornt, meine geliebten Bambes (vogtländische Kartoffelpuffer) selbst herzustellen und nicht wie sonst den fertigen Teig im Plastikeimer zu kaufen.

Da ich vergangene Woche bei Veranstaltungen war ist mir aufgefallen, dass ich dort wesentlich mehr ausgebe, als ich z.B. bei einem selbst gepackten Picknick einplanen würde. Selbst gekauft ist die Limo nunmal günstiger als sie an der Bar zu kaufen, die die Gastgeber abbezahlen müssen und um bei Gesprächen nicht in die Hände in die Taschen zu stecken, sondern ganz professionell an einem Getränk zu nippen wenn einem gerade kein kluger Spruch mehr einfällt.

Ziele für die kommende Woche

In der kommenden Woche möchte ich auf jeden Fall wieder mehr selbst in der Küche stehen. Außerdem will ich versuchen weniger auf Vorrat und eher nur das zu kaufen, was ich gerade wirklich benötige. Das fällt mir nicht leicht, weil ich ja sonst genau anders herum ticke. Aber um das Budget im Rahmen dieser Challenge sinnvoll zu nutzen muss ich jetzt einen Gang zurückschalten.

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Über den Autor

Kim-Alexandra Nagy ist Gründerin dieses Blogs und Mediengestalterin mit Leib und Seele.

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