Ehrenamtliche Arbeit kann so lecker sein ‒ Als Fotograf beim Streetfood in der Markthalle

Streetfood in Dresden

Auf dem Streetfood in der Markthalle ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Frische der Zutaten war wundervoll.

Auf dem Streetfood in der Markthalle ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Frische der Zutaten war wundervoll.

Wie vielleicht einige von euch mitbekommen haben, war ich in den letzten Monaten ziemlich eingespannt. Bis März war ich monatelang auf Arbeitssuche und wollte nicht länger untätig rumsitzen. Also hatte ich mich Anfang des Jahres auf einen Facebook-Post zur ehrenamtlichen Arbeit bei Streetfood in der Markthalle gemeldet. Die Antwort kam promt und kaum habe ich mich versehen, saß ich mit einer Tasse Tee in der Hand in dem gemütlichen Büro von Sukuma arts e.V. in der Neustadt und habe mit dem Team des ersten Markts über Budget, Händler und Plakate geredet. Von Anfang an konnte und sollte ich meine Meinung einbringen und mir wurden alle Infos sehr transparent offen gelegt. Eine Rangordnung gab es nicht.

Die Idee und der Verein hinter dem Markt

Der erste Markt fand letztes Jahr am 26. September in der Neustädter Markthalle in Dresden statt. Ins Leben gerufen wurde die Idee von Annemarie Weder, die sich mit zwei Freundinnen für die Realisierung an Sukuma arts e.V. gewendet hat. Idee dahinter ist die Erschaffung eines Ortes, an dem sich Händler aus der Region zu versammeln, um hochwertige Lebensmittel in die Hände der Anwohner zu geben. Fair, nachhaltig, ökologisch, biologisch, regional, saisonal, aus nachhaltigem Anbau und gewaltfreier Tierzucht ‒ diese Aspekte standen im Mittelpunkt der Idee. Außerdem sollte ein Markt entstehen, auf dem sich die Menschen friedlich versammeln, um leckeres und bezahlbares Essen zu genießen und sich die genannten Werte in Besinnung rufen. Mittlerweile ist seit dem zweiten Markt etwas Zeit ins Land gegangen, der dritte Termin ist nicht fern und ich bin aus dem Projekt ausgestiegen. Dennoch möchte ich meine Eindrücke und Bilder mit euch teilen.

Meine Rolle im Team

Ursprünglich hatte ich mich für die Rolle des Designers beworben, die dann an Roger Lehner und Gesine Hildebrandt ging. Darüber bin ich im Nachhinein gar nicht so unglücklich, denn im März bekam ich unverhofft eine Vollzeit-Anstellung, die mir keine Zeit für ein solches Projekt gelassen hätte. Außerdem haben die beiden ein wunderschönes Design gezaubert. Also habe ich mich anderweitig eingebracht. Das hat seine Zeit gedauert, denn im Team bestanden keine wirklichen Hierarchien und mir wurde keine konkrete Aufgabe zugeordnet. Meinen Beitrag leistete ich somit erstmal nur durch meine Meinungen oder dem Schreiben des Protokolls.

Das missglückte Müllkonzept

Als der Markt näher rückte konnte ich dann doch noch etwas gestalterisch aktiv werden, in dem ich das Müllplakat entwarf.

Mülltrennung Tipps

Mülltrennung kann wirklich einfach sein ‒ wenn sich alle daran halten.

Vielleicht hätte ich mir das im Nachhinein betrachtet sparen können, denn das komplette Müllkonzept ging nicht auf. Die wenigen Mülleimer waren zu klein und gingen unter. Die Plakate fanden bei dem Gedrängel durch die Masse an Besuchern keine Beachtung. Viele Leute schienen nicht zu wissen, dass man manche biologisch abbaubare Geschirr-Sorten essen konnte, manche hatten schlichtweg keine Lust auf Mülltrennung. Und wenige Händler verstießen sogar gegen unsere Vorschrift und brachten Plastik-Besteck mit. Wirklich schade, da es bei dem Markt doch auch um ökologische Aspekte gehen sollte.

Als Fotografin mitten im Geschehen

Meiner Hauptaufgabe ging ich erst direkt am Tag des Marktes nach ‒ als Fotografin hielt ich die Ereignisse in Bildern fest. Meine private Kamera, die Canon EOS 500, hätte mit ihrem *hust* Kit-Objektiv *hust* nur frustierende Bilder hervorgebracht. Zum Glück durfte ich mir wieder die Canon EOS 5D mit allerlei Zubehör von meinem bekannten Hobby-Fotografen Holger Wirth leihen. Vielen Dank! Mit diesem vorzüglichen Equipment konnte ich mich ganz auf das Einfangen von Momenten konzentrieren.

Ein ehrgeiziges Projekt mit Zukunftsaussicht

Generell war auch der zweite Markt wie der erste wieder ziemlich eng und hektisch, obwohl dieses Mal zusätzlich die zweite Markthalle genutzt wurde. Das hat z.B. auch Susanne in ihrem kleinen Foodblog festgestellt. An sich war genügend Platz vorhanden, aber zum Schlendern, Plaudern und Verweilen hat die Atmosphäre nicht eingeladen. Gerade als Fotograf bekommt man die Gemüter der Menschen mit, weil man sich ja eben auf das Einfangen eben dieser fokussiert. Ich persönlich fände einen Markt im Freien angenehmer. Allerdings habe ich ja auch ansatzweise mitbekommen, was für ein enormer Aufwand hinter der Planung steckt. Immerhin arbeiten vorwiegend ehrenamtliche Helfer an dem Projekt. Das bedeutet, dass sie neben Beruf oder Studium und neben Familie, Freunden und Hobbies noch ‒ unentgeltlich wohlgemerkt ‒ an der Realisierung eines Marktes mit etwa 30 Händlern tüfteln, der auch noch ziemlich anspruchsvolle Bildungsziele anstrebt. Außerdem wächst man nur an Aufgaben und natürlich auch an Fehlern. Es ist also verständlich, dass der Streetfoodmarkt noch lange nicht perfekt ist. Was nicht ist kann aber noch werden. Ich möchte bei den Kritikpunkten nicht die schönen Aspekte aus den Augen verlieren. Die Arbeit auf dem Markt und mit den unterschiedlichen Charakteren, die an seiner Entstehung beteiligt waren, hat mir viele Erfahrungen und Arbeitsproben geschenkt. Ich möchte mich auch bei den Besuchern bedanken, die sich von mir ablichten lassen haben. Auch einige Händler sind mit mir in direkten Kontakt getreten, haben ihre Anregungen mit mir geteilt und mich mit leckerem Essen verköstigt.

Kinder essen Eis

Auch die Kleinen kommen voll auf ihre Kosten. Bewusste Ernährung fängt mit der richtigen Erziehung an.

Zu viel Auswahl, um alles zu probieren

Es wurden die unterschiedlichsten Speisen angeboten. Der Bauch konnte gar nicht fassen, was das Auge begehrte. Besonders angetan haben es mir die Gerichte, die man zuhause nachkochen kann, wie z.B. die Superfood-Bowls, die unterschiedlichsten Aufstriche und die frittierte Kartoffel in Spiralform, die vor allem aufgrund ihres Aussehens Eindruck schinden konnte.

Gute Laune bei Tee Do

Bei Tee Do durfte ich ein kleines Häppchen Fleisch mit Essig kosten. Köstlich. Und bei jedem Besuch bekam man ein Lächeln geschenkt. Da isst man gern.

Fisch statt Wild bei Hierschönessen

Hierschönessen wendet sich extra für den Streetfood in der Markthalle vom Wald dem Meer zu und wird zu Hierschönfischessen.

La moka rollt verschiedenste Köstlichkeiten

Bei La moka werden süße und herzhafte Köstlichkeiten in Röllchen-Form angeboten.

Bei den liebevoll angerichteten Fischgerichten von Hierschönessen und den sündhaften Leckereien vom Café „v-cake“ und La moka streikte mein Magen leider schon. Das hole ich beim nächsten Markt nach.

An den Samstagen des 16. Juli und 17. September 2016 könnt ihr den Streetfood in der Markthalle wieder von 14 bis 22 Uhr besuchen.

Verdienter Feierabend nach 14 Stunden

Insgesamt 14 Stunden lang verbrachte ich damit, Helfer-Gutscheine zu malen, Plakate anzubringen, Tische abzuräumen und vor allem die Geschehnisse zu fotografieren. Hin und wieder musste natürlich auch das Bierfass vorm Überlaufen bewahrt und die Qualität des Hopfengetränks überprüft werden. Auch einige Bekannte und Freunde, sogar ehemalige Arbeitskollegen traf ich im bunten Treiben. Das hat mir den Tag noch mehr versüßt. Am Ende dieses ereignisreichen und langen Tages fiel ich quasi tot ins Bett und schlief auch noch den nächsten halben Tag. Wenigstens war die Hitze meiner Kätzin vorüber, weshalb ich endlich mal wieder durchschlafen konnte. Ganz besonders gefreut habe ich mich, als einige Tage später meine Bilder auf Facebook veröffentlicht wurden. Der nächste Streetfood in der Markthalle ist nicht mehr fern. Ich freu mich schon drauf!

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