Liebster Award 2016 ‒ Nerviger Kettenbrief oder sinnvolle Vernetzung?

Sektglas, Blumenbouquet und Liebster Award

Ich sitze an einer großen Tafel bei Freunden und setze gerade eine Runde Werwölfe von Düsterwald aus, während ich durch Instagram scrolle. Die Nachricht, dass ich in einem Bild markiert wurde, ploppt auf. Johanna von Miss Rapunzel hat mich für den Liebster Award nominiert. Wie cool, danke… Aber was ist das überhaupt?

Gemütliche Fragerunde unter Bloggern

Beim Liebster Award nominieren sich Blogger gegenseitig zum Beantworten von Fragen und vernetzen sich dadurch.

Was ist Liebster (Blog-)Award?

Um es vorab zu sagen: die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Denn salopp könnte man das Folgende für einen nervigen Kettenbrief bezeichnen, der eure Posteingänge vollstopft. In meinen Augen ist die Idee aber auch durchaus interessant, um sich mit anderen Bloggern zu vernetzen und seinen Horizont zu erweitern. Ausgerichtet ist dieses bunte Verlinken vor allem auf neue und kleine Blogs, die noch keine Mega-Reichweite erzielen.

Die Nominierungens sind außerdem eine Möglichkeit, um den Lesern Blogs zu empfehlen, die man selbst gern verfolgt oder die thematisch zum Blog-Thema passen.

Bei diesem Award wird man von jemandem ‒ meist einem Blogger, der bereits selbst nominiert wurde ‒ dazu aufgefordert, 11 Fragen zu beantworten und danach eigene Fragen für andere zu formulieren. Die Fragen haben keinen festgelegten Rahmen, beziehen sich aber meist auf den Blog, blogverwandte Themen und teils persönlche Themen, die nicht zu sehr in die Privatsphäre eingreifen.

Meine Erfahrung durch meine erste Nominierung

Eigentlich soll man laut „Überlieferung“ 7 bis 11 weitere Blogger ins Boot holen. Mathe ist zwar nicht mein Spezialgebiet, aber wenn sich jeder daran hält, schwellen die Postfächer schnell an und bald ist keiner mehr zum Nominieren da. Meine Nominierten habe ich vorab alle angeschrieben und gefragt, ob denn überhaupt Interesse besteht und ihnen auch gleich die Fragen zukommen lassen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass viele (wie ich selbst auch) überhaupt nichts mit dem Liebster Award und dem Prinzip dahinter anfangen konnten. Die meisten sind davon ausgegangen, dass sie zeitnah meine Fragen beantworten müssen, damit ich die Antworten noch in den Beitrag, den ihr gerade lest, reinschreiben kann. Dass darauf so kurz vor Silvester keiner Lust hat, kann man niemandem verdenken.

Trotz aller Erklärungs-Hürden und Missverständnisse, konnte ich doch 4 von 6 gefragten Bloggern zum Mitmachen begeistern, was keine schlechte Bilanz ist wie ich finde. Also kommen wir nun zu den (angepassten) Spielregeln, meinen Antworten auf Johannas Fragen und meine Fragen an die neuen Nominierten. Viel Spaß.

Mein Liebster Award mit kleinen Anpassungen

Weil ich selbst etwas überrascht war und niemanden überrumpeln möchte, habe ich wie bereits einige Blogger vor mir die Regeln ein wenig angepasst:

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke den Blog in deinem Artikel oder alternativ in einem Post auf der Facebook-Seite des Fragestellenden.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award (frag am besten vorher nach, ob Interesse besteht).
  4. Stelle eine neue Liste mit eigenen 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Artikel oder Facebook-Post.

Johannas Fragen an mich

1. Was sind deine Lieblingsplätze um Blog-Fotos aufzunehmen?

So oft es die natürlichen Lichtverhältnisse zulassen und es zum Motiv passt, fotografiere ich Selbstgekochtes oder kleinere Gegenstände auf meinem Balkontisch. Auf dem Nachbargrundstück wird seit einer Weile gebaut, was mir nicht selten fragende Blicke eingebracht hat wenn ich mal wieder auf dem Stuhl balancierte, um den richtigen Blickwinkel einzufangen.

2. Folgst du eher deinem Kopf oder deinem Gefühl?

In den letzten Jahren wurde ich vom Leben zum Realisten erzogen. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass viele Entscheidungen, die sich letzten Endes als gut und richtig herausgestellt haben, von meinem Herzen getroffen wurden. Um ein Beispiel zu nennen: Ich habe eine wundervolle Beziehung trotz der schönen gemeinsamen Zeit für jemanden beendet, der zu diesem Zeitpunkt eine unsichere Zukunft bedeutete. Jeder klare Gedanke in mir wehrte sich dagegen. Heute bin ich sehr glücklich, dass damals mein Herz den Kampf trotz aller Bedenken gewann und ich jetzt in einer sehr erfüllten Beziehung lebe. Mittlerweile bin ich mit dem betroffenen Ex übrigens wieder befreundet und auch dafür sehr dankbar.

3. Was hat sich für dich durch das Bloggen/Schreiben verändert?

Mein Blog hat mir viele Türen geöffnet. Ich durfte viele inspirierende Menschen kennen lernen und werde zu Veranstaltungen eingeladen, die ich vorher nicht mal kannte. Dadurch haben sich mir ganz andere Sichtweisen und Optionen eröffnet. Ich beschäftige mich auch intensiver mit mir wichtigen Themen und fühle mich in meiner Persönlichkeit enorm bereichert und weiterentwickelt. So ein Blog ist zum Teil ja auch ein öffentliches Tagebuch zur Verarbeitung von Gedanken und Gefühlen, das zumindest einen kleinen Teil meines Lebens abbildet. Er ersetzt somit mein richtiges Tagebuch, welches ich in einem gefluteten Keller verlor und seit dem kein neues mehr angefangen habe.

4. Hast du irgendwelche schlechten Angewohnheiten?

Zu viele! Ich fummel z.B. an meinen Fingern rum wenn ich aufgeregt bin, was mir definitiv keinen Job als Hand-Modell einbringt und mich tierisch ärgert. Da das allerdings die Ersatzhandlung für mein früheres Nägelkauen ist, bin ich zumindest schon einen kleinen Schritt weiter gekommen und guten Mutes. Ich ernähre mich auch nicht so gesund, wie ich es gern würde. Zu oft wird die Chips-Tüte oder das Eis rausgekramt und zu oft komme ich erst sehr spät oder generell zu unregelmäßig zum Essen.

5. Schreibst du Texte/Notizen noch per Hand oder alles digital?

Obwohl mir meine Handschrift nicht immer zusagt und ich nicht glücklich über den daraus entstehenden Papiermüll bin, liebe ich handschriftliche Notizen. Diese persönliche und unmittelbare Art zu schreiben fehlt mir einfach wenn ich etwas in mein Smartphone oder meinen Laptop eintippe. Schon allein, dass Fehler nicht so leicht und spurenlos korrigierbar sind, macht einen besonderen Reiz aus. Genau das ist allerdings auch der Grund, weshalb ich viele wunderschöne Notizbücher leer im Schrank vertauben lasse.

6. Was begeistert dich an der Stadt in der du lebst?

An Dresden liebe ich schon immer die Gegensätze und Vielfalt. Für jede Laune bietet sich etwas. Die bunte Neustadt ist stets der erste Anlaufpunkt zum ausgiebigen Feiern, die barocke Altstadt lädt zum Flanieren ein. Der Große Garten ist perfekt für ein Picknick und für so ziemlich jede Sportart (auch wenn ich da zugegebenermaßen noch ziemlich faul bin) gibt es meist mehrere Anlaufstellen.

7. Was war dein größter sportlicher Erfolg?

Beim Lesen dieser Frage ähnelt mein Gesicht mehr einer Tomate als bei der Frage nach schlechten Angewohnheiten. Als Sportmuffel kann ich dieses Jahr lediglich ein Karate-Vereinsabzeichen und die Teilnahme an einem Probemonat für Online-Yoga vorweisen. Vor einigen Jahren trat ich auch mal beim Dresdner Firmenlauf an. Da ich aber eher halbtot im Ziel ankam und seit dem nie wieder meine Laufschuhe auch nur angesehen habe, fühlt sich das für mich eher nach einer Niederlage als nach einem Erfolg an.

8. Pizza oder Burger?

Pizza! Keine Ahnung wie das andere machen, aber sobald ich einen Burger oder ähnliche geschichtete Mahlzeiten zu mir nehmen möchte, verteile ich gefühlt die Hälfte in einem beachtlichen Umkreis um mich herum. Nicht ohne Grund wurde mir schon öfter ein Lätzchen mit einem Zwinkern angeboten.

9. Was ist dein Lieblingszitat?

Wer „nicht in die Welt paßt“, der ist immer nahe daran, sich selber zu finden. Hermann Hesse

ist momentan mein Lieblingszitat. Schon oft bin ich nicht mit der allgemeinen Meinung meines Umfeldes konform gegangen. Das fängt beim Fernsehen an und hört bei Massentierhaltung auf. Dieses Gefühl der Unzugehörigkeit und des Unverständnisses machte mich anfangs traurig. Nicht zuletzt durch andere Blogger habe ich gelernt, dass oftmals eben diese vermeintlichen Meinungs-Minderheiten oder sogenannte Querdenker sehr weit im Leben kommen und unsere Gesellschaft zum besseren verändern können.

10. Wer inspiriert dich am meisten?

Die größte Inspiration war dieses Jahr wohl die Bloggerin Madeleine von Dariadaria. Ganz am Anfang meiner Blog-Gründung hatte ich noch nie von ihr gehört und bin eher zufällig auf einen Vortrag über Fast Fashion von ihr gestoßen. Ihre ganze Art hat mich gefesselt und ihre Meinung überzeugt. Ihre Arbeit war und ist definitiv ein großer Anstoß für mich, ein bewussteres Leben zu führen. Sei es eine tierleidfreiere Ernährung, fairere Klamotten oder generell das Hinterfragen und Mitdenken bei Themen, die sonst so selbstverständlich in unser alltägliches Leben integriert sind.

11. Was ist das letzte Kleidungsstück was du gekauft hast?

Mein letztes Kleidungsstück ist ein schwarzes Band-Shirt aus fairer Bio-Baumwolle von der Dresdner Band Turning Empty Pages. Der Sänger ist aus unserem Freundeskreis und ich mag seine Weltanschauung (das, was ich so über die sozialen Netzwerke davon mitbekomme). Er ernährt sich u.a. tierleidfrei und achtet auf faire Produkte. Andere Meinungen könnt ihr aus seinen Songtexten heraushören. Als er mich dann auch rein musikalisch bei einem Auftritt in Rosis Amüsierlokal vom Hocker gehauen hat, wollte ich die Band einfach unterstützen. Außerdem passt das Shirt wie angegossen, fühlt sich super an und das Motiv find ich auch geil.

Meine Nominierten

Marla von Endemittezwanzig

Janine von Kapri-ziös | ihre Antworten findet ihr auf ihrem Facebook-Profil

Mel von Kistengrün

Susanne von Mein kleiner Foodblog

Und meine Fragen an sie

  1. Woher bekommst du die besten Anregungen für neue Blogartikel?
  2. Was ist zur Zeit dein Lieblings-Rezept?
  3. Wie sieht deine Morgen-Routine aus, um gut in den Tag zu starten?
  4. Worauf achtest du bei deiner Ernährung?
  5. Auf welchem Social Media Kanal bist du am aktivsten und warum?
  6. Fühlst du dich im Sommer oder im Winter wohler?
  7. Wie lange arbeitest du in der Regel an einem Blogbeitrag?
  8. Welches Buch oder welcher Film (Serien, Theaterstücke und ähnliches zählt auch) hat dich nachhaltig beeindruckt?
  9. Für welche Herzensangelegenheit setzt du dich ein?
  10. Wie gehst du mit sachlicher und/oder unsachlicher Negativ-Kritik um?
  11. Welches Ziel strebst du im kommenden Jahr mit deinem Blog an?

Eure Antworten könnt ihr in einem eigenen Blogbeitrag oder auch gern in einem Post auf meiner Facebook-Seite veröffentlichen. Vielen Dank fürs Mitmachen und viel Spaß.

Was soll man nun von der ganzen Idee halten?

Habt ihr bereits Erfahrungen mit solchen Nominierungen und Frage-Runden gemacht und wie ist eure Meinung dazu?

Ich denke, dass ich es wahrscheinlich bei diesem einem Mal belassen werde, frei nach dem Motto „Ein Mal muss man schon mitgemacht haben, um mitreden zu können“. Es existieren andere Vernetzungs-Möglichkeiten, die mir professioneller, persönlicher und sinnvoller erscheinen, wie z.B. Bloggertreffen.

Als kleiner privater Blog in den Kinderschuhen ohne nennenswerte Leserzahl kann man sich so ein Experiment noch leisten, mal einen Beitrag zu schreiben, der nicht in die (evtl. noch nicht vorhandene) Schiene passt. Also seht es wie ich gern als netten Erfahrungsaustausch.

Guten Rutsch und frohes neues Jahr!

Über den Autor

Kim-Alexandra Nagy ist Gründerin dieses Blogs und Mediengestalterin mit Leib und Seele.

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