Minimalistisch schenken ‒ Sinnvolle (Weihnachts-)Geschenke ohne Stress und Müll

Geschenke minimalistisch eingepackt

Weihnachten ‒ das Fest der Liebe. Spielende Kinder im Schnee, wohlig duftendes Gebäck, Kaminknistern und Besinnlichkeit im Kreise der Liebsten. Naja, nicht so ganz, denn das ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen stehen Stress, Hektik, Termindruck, Erwartungshaltungen und jede Menge Müll. Das muss aber nicht sein! Ich habe mir viele Gedanken um Weihnachten und generell ums Schenken gemacht, die ich heute mit euch teilen möchte.

mit Liebe und ohne Müll schenken

Fragen ‒ Kommunikation statt Erwartungshaltungen

Warum schenken wir eigentlich? Wir wollen Menschen, die uns am Herzen liegen, eine Freude bereiten. Von uns aus. Eigentlich ganz einfach und eine schöne Sache. In der Praxis ist mir aber immer wieder etwas aufgefallen, was mir die komplette Freude am Schenken oder Beschenktwerden verdirbt: Erwartungshaltungen. Sei es die Postkarte, die man erwartet, weil man sich selbst immer so viel Mühe beim Basteln, Schreiben und Versenden gibt oder die Enttäuschung unter dem Weihnachtsbaum, wenn nicht die gewünschte Goldkette zu finden ist. Da können Opas Plätzchen und der schicke Pulli noch so gut sein, die Laune ist im Keller.

Woher kommt diese Idee, dass jedes Geschenk eine riesen Überraschung sein muss? Ist es nicht viel erfreulicher genau das zu bekommen, was man sich wünscht? Die Lösung ist so simpel: Redet miteinander! Fragt eure Liebsten doch einfach nach ihren Wünschen und Erwartungen. Sagt ihnen, dass eine handgeschriebene Postkarte das Größte für euch ist, dass ihr auf ein bestimmtes Konzert gehen möchtet oder dass eure Kamera dringend eine neue SD-Karte nötig hätte. Die Freude über das sehnlichst gewünschte oder dringend benötigte Etwas wird das Ausbleiben der Überraschung ganz sicher wett machen.

Geteilte Wunschlisten

Solltet ihr auf die Überraschung dennoch großen Wert legen, könnt ihr z.B. eine geteilte Wunschliste führen. Ich nutze dafür die kostenfreie App Wunderlist. Darin habe ich eine Liste angelegt, in die ich über das gesamte Jahr jeden materiellen Wunsch schreibe und immer wieder sortiere. Nach ein paar Monaten stehen so vielleicht ganz andere Dinge an oberster Stelle, vieles wurde zwischenzeitlich von mir selbst gekauft oder gelöscht. So wissen alle Menschen, mit denen ich diese Liste geteilt habe, dass ich mir genau diese Wünsche lange und gut überlegt habe und mich sehr darüber freuen werde.

Das funktioniert auch mit Trello oder ‒ für die Visuellen unter euch ‒ mit Pinterest.

Meine Tipps für sinnvolle Geschenke an Zero Waste VerfechterInnen und Minimalisten

minimalistische Geschenkverpackung

Menschen, die wie ich vermehrt auf Müllreduzierung achten und das Anhäufen unnützer Dinge vermeiden möchten, freuen sich sicherlich darüber, wenn ihr folgende Überlegungen beim Schenken im Hinterkopf behaltet:

Schenken, was keine Spuren hinterlässt

Essbare, verbrauchbare und kompostierbare Geschenke sind hervorragend, weil sie selbst dann keinen Müll hinterlassen, wenn sie nicht gewollt sind oder nicht gebraucht werden.

Umweltfreundliche Geschenkverpackungen wählen

Weiter unten gebe ich euch ein paar konkrete Ideen zum verpackungsfreien bzw. möglichst umweltfreundlichen Verpacken von Geschenken an die Hand. Minimalisten freuen sich auf jeden Fall darüber, wenn sich nach dem Auspacken keine Müllberge vor ihnen auftun.

Nichts ungefragt weiterverschenken oder vererben

Das Weiterverschenken oder vor allem unter Familienmitgliedern bekannte „Vererben“ von alten, ungeliebten oder nicht mehr passenden Dingen produziert nicht nur Müll, wenn sie die beschenkte Person nicht braucht. Schlimmstenfalls belastet es sogar das Gewissen des Beschenkten massiv, weil er oder sie euch nicht enttäuschen möchte und sich demzufolge nicht traut, sich von dem besagten Gegenstand zu trennen.

Nichts schenken

Ihr könnt auch einfach nichts schenken. Es steht in keinem Gesetz geschrieben, dass Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke oder sonstige Aufmerksamkeiten verpflichtend sind. Es sollte immer euer eigener Wille sein, jemandem eine Freude zu bereiten. Die wirklich wichtigen Menschen in eurem Leben freuen sich aber auch einfach nur darüber, dass ihr mit ihnen Zeit verbringt. Also lasst euch nicht von irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen kontrollieren und holt euch die Freude und den eigenen Willen beim Schenken zurück. Oder lasst es. Das ist vollkommen okay!

Blumenstrauß selbst trocknen

Meine Geschenkideen für Minimalisten

Als Freundin des Minimalismus war mir meine eigene Wunschliste eine gute Inspirationsquelle. Ich empfehle euch nichts weiter, was ich nicht selbst guten Gewissens schenken oder mir selbst kaufen würde. Aber auch viele Freunde haben mir ihre Ideen für sinnvolle, nachhaltige und minimalistische Geschenke zugetragen. Ich freue mich sehr, wenn für euch etwas dabei ist oder ihr einfach ein wenig inspiriert werdet.

Alltägliches durch nachhaltige Alternativen ersetzen

Wenn ihr kurz in euch geht, könnt ihr sicherlich viele Dinge aufzählen, die ihr so ziemlich jeden Tag verwendet. Vor allem weniger romantische, dafür praktische Alltagshelfer nutzen wir nunmal alle. Warum also nicht mal schauen, ob sich diese durch umweltfreundlichere Alternativen ersetzen lassen?

Waschbare Küchentücher statt Papiertücher

Wiederverwendbare Küchenrolle aus Bambusfasern könnt ihr bis zu 100 Mal in der Waschmaschine waschen und so eine Menge Müll vermeiden. Ich nutze meine immer noch, die mir meine liebe Freundin Natalie zum Geburtstag geschenkt hat (also schon 1/2 Jahr). Pro-Tipp: ein feuchter Lappen tuts auch.

Wachstuch statt Frischhaltefolie

Bienenwachstücher* ersetzen Frischhaltefolie und sehen noch dazu viel hübscher um euer Pausenbrot oder auf der Salatschüssel aus, als so ein olles Stück Plastik. Durch die Wachsschicht lässt sich Schmutz ganz easy mit einem feuchten Tuch entfernen.

Edelstahlbox und Thermo-Behälter statt Plastik-Brotbox oder Wegwerf-Behälter

Edelstahlboxen sind super geeignet, um euer Mittagessen mit auf Arbeit zu nehmen oder unterwegs immer etwas dabei zu haben. Ich esse z.B. gern warmes Oatmeal ‒ Dinkelflockenbrei klingt halt nicht so geil ‒ zum Frühstück und werde mir den Isolierbehälter Bo von EcoBrotbox* dafür gönnen. Eine günstigere Alternative sind z.B. die Glasbehälter von IKEA. Die sind allerdings schwerer und der Deckel ist leider aus Plastik. Für meinen Kaffee zum Mitnehmen verwende ich einen auslaufsicheren (kann ich dank jahrelangem Selbsttest bestätigen) Thermobecher von Emsa*.

Behälter und Becher für unterwegs

Glas- und Edelstahlflaschen statt Plastikflaschen

Ich bin so stolz auf mich, dass ich vom übermäßigen Limo-Konsum weggekommen bin und fast nur noch Leitungswasser und Tee trinke. Zum einen ist das einfach gesünder, weil die Qualität von deutschem Trinkwasser streng überwacht wird und man weniger Zucker und wer weiß was zu sich nimmt. Zum anderen muss man keine Pfandflaschen schleppen, produziert keinen Plastikmüll und nimmt auch keine komischen Sachen auf, die durch so manche Plastikflasche an deren Inhalt abgegeben wird. Weil ich Glasflaschen liebe und sich sowieso ein paar der großen Flaschen von true fruits in meiner Küche fanden, hab ich mir ein paar passende Flaschenaufsätze gekauft. Auch die Bügelflaschen von Soulbottle* sind sehr hübsch. Wem Edelstahl lieber ist, empfehle ich die wunderschönen und robusten Flaschen von Klean Kanteen*.

Wiederverwendbare Trinkhalme statt Plastikhalm

Trinkhalme bekommt ihr aus Glas, Bambus oder Edelstahl. Ich habe mich für Glas-Trinkhalme* entschieden, weil sie mir optisch am besten gefielen und dennoch bruchsicher sind (mehrmals unfreiwillig für euch getestet). Wenn ihr oft unterwegs seid, würde ich euch wahrscheinlich trotzdem sicherheitshalber Edelstahl empfehlen. Fast alle Trinkhalme lassen sich im Geschirrspüler reinigen (obwohl ich auf Nummer Sicher gehe und das händisch mache), außer Bambus-Halme, die einfach ein Hingucker sind.

Sprossen-Glas statt gekaufte Sprossen

Keimlinge und Sprossen lassen sich leicht zuhause und binnen weniger Tage ziehen. Dafür hab ich mir vor längerer Zeit ein Sprossenglas von A. Vogel* gekauft. Heute würde ich wahrscheinlich mehr investieren und mich für ein Keimglas von Eschenfelder* entscheiden, das ohne Plastik auskommt.

Wurmkiste statt Mülltonne

Vor allem Pflanzenfreunde werden sich über dieses Geschenk freuen. Wurmkisten kann man problemlos in der Wohnung stehen haben und darin ungekochte Gemüseabfälle entsorgen, um die sich dann die Würmchen kümmern. Ein bisschen muss man sich schon mit den Grundregeln befassen, aber wenn man nichts grob falsch macht, riecht nichts unangenehm und man hat immer beste Blumenerde parat.

No Poo und natürliche Inhaltsstoffe statt Mikroplastik-Shampoo

Herkömmliches Shampoo kommt mir nicht mehr auf den Kopf. Zu viel Plastik und zu viele Inhaltsstoffe, deren Namen ich nicht mal aussprechen kann. Ich kann euch dafür die Shampoo Bars von Lush (ich verwende Montalbano), Haarseifen von Savion oder, für die fortgeschrittenen No-Poo-Freunde, Roggenmehl und Lavaerde in Kombination mit Sauren Rinsen empfehlen. Mehr Infos dazu findet ihr u.a. bei Dariadaria oder im Vegan Beauty Blog. Wenn ihr auf klassisches Shampoo nicht verzichten möchtet, könnt ihr euch im Lose Dresden oder in anderen Verpackungsfrei-Läden flüssiges Shampoo in schicke Gläser füllen, ganz ohne Plastikverpackung. Auch Duschgel und Flüssigseife zum Händewaschen könnt ihr selbst abfüllen oder durch Seifenstücke ersetzen.

Duschgel verpackungsfrei und Haarseife

Natürliche Lippenpflege statt Erdöl in Plastikdöschen

Lippenpflege ist eine meiner Laster. Ich muss sie mehrmals täglich auftragen, sonst fühle ich mich unwohl. Aber man muss kein heavy user sein, um bei spröden Lippen oder vor kussintensiven Abenden gern auf natürliche Lippenschmeichler zurückzugreifen. Lippen-Peelings lassen sich mit Zucker einfach selbst herstellen. Zur täglichen Pflege verwende ich momentan den Lippenbalsam Buttered Brazils von Lush.

Neu entdeckt habe ich den Matcha-Zitrone-Lippenbalsam von Lipfein, den ich freundlicherweise als PR-Sample erhalten habe. Die Produkte von Lipfein werden ganz in der Nähe von Dresden von Hand mit hochwertigen natürlichen Zutaten hergestellt sowie in einem recyclebaren Weißblech-Döschen abgefüllt.

Zahnbürsten aus Bambus statt Plastik

Zugegeben, der Umstieg von elektrischen Zahnbürsten auf das händische Verfahren fällt nicht leicht. Aber ob man sich ein Stück Plastik in den Mund steckt oder Bambus, da würde ich nicht lange überlegen. Ihr bekommt Bambus-Zahnbürsten der verschiedensten Hersteller im Verpackungsfrei-Laden eurer Wahl oder online. Auch Bio-Läden bieten oft welche an. Dazu kann man Zahnputz-Tabletten schenken, die es auch verpackungsfrei gibt. Davon wird eine im Mund zerkaut und ansonsten wie Zahncreme zum Putzen der Beißerchen verwendet.

Menstruationstasse statt Tabu-Thema

Ich hab kurz überlegt, ob das Thema Menstruation Platz in einem Geschenke-Guide hat ‒ jetzt erst recht! Fast jede Frau hat sie und muss sich mindestens ein Mal im Monat damit befassen, ob sie will oder nicht. Und trotzdem ist die weibliche Monatshygiene noch so ein großes Tabu-Thema. Ich selbst nutze eine Menstruationstasse* und kenne auch nur Frauen, die seit dem nicht mehr zurück zu Tampons wechseln möchten. Denn ihr spart eine Menge Müll und eine Menge Geld, seid einem viel geringeren Risiko für Infektionen wie z.B. dem Toxischen Schocksyndrom ausgesetzt und es ist so viel hygienischer als ihr vielleicht denkt. Brecht doch einfach dieses dumme Tabu und kauft eurer Freundin oder Partnerin eine Menstruationstasse (für die meisten jungen Frauen passt die kleine Größe, nach Geburten wird die größere empfohlen). Wahrscheinlich wird sie euch dankbar sein, dass ihr die Hemmschwelle für sie überwunden habt.

Stoffbeutel und Kork statt Ledertasche

Die meisten von uns haben täglich mindestens eine Tasche, einen Beutel oder einen Rucksack bei sich, um Dinge von A nach B zu transportieren oder weil es einfach zum Outfit gehört. Dass Öko nicht hässlich sein muss beweist Ulrike Stolze mit ihren UlStO Korktaschen, die sie in Dresden mit viel Liebe und Handarbeit hergestellt hat.

Ulrike hat mir den Rabattcode thinklessXmas für euch eingerichtet, mit dem ihr bis zum 20.12.17 ab einem Bestellwert von 30 € einen Rabatt von 10 % auf euren Einkauf bekommt. Ich selbst habe eins ihrer Geldbörsen aus Kork, das ich zum Aufbewahren meiner Visitenkarten nutze und für das ich immer wieder Komplimente bekomme. Auch Stoffbeutel sind schöne Geschenke, die täglich ihren Nutzen finden werden.

Faire Kleidung statt Fast Fashion

Wie ihr sicher wisst, werden die meisten Kleidungsstücke unter furchtbaren Bedingungen für Mensch und Natur hergestellt. Hohe Preise sind hier kein Garant für Nachhaltigkeit und Fairness und das müssen sie auch gar nicht sein: Steve Kupke zeigt mit Unipolar, seinem (mittlerweile gibt es schon zwei) schönen Lädchen in Dresden, dass gute Mode auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich ist. Mein Oberteil hat nicht mehr gekostet als bei bekannten Modeketten, ist dabei aber viel angenehmer zu tragen ‒ sowohl haptisch als auch ohne schlechtes Gewissen.

Auch Steve hat mir für euch einen Rabattcode gegeben, mit dem ihr bis zum 31. Dezember 10 % Nachlass auf euren Einkauf erhaltet: up-thinkless10

Wenn ich mich trotzdem mal in ein Fast Fashion Outfit verliebt habe, dann kaufe ich es über Kleiderkreisel. Dort bekommt man es für einen Bruchteil des Neupreises, man belastet den Textilkreislauf nicht unnötig und man setzt ein Statement gegen Verschwendung.

Wachsender Kalender statt Papiermüll

Besonders Weihnachten werden gern Kalender geschenkt. Sie sind praktisch und hübsch, nur leider landen sie nach einem Jahr im Papiermüll. Nicht so beim Pflanzkalender: Die Monatsblätter bestehen aus einem Papier, in das Samen eingebettet wurden. Die steckt ihr einfach in Erde und gebt eurem Kalender ein zweites Leben. Danke an Elisa für den Tipp.

Bio-Kiste statt Wocheneinkauf

Gemüsekisten sind super für Menschen, die es nicht regelmäßig auf den Wochenmarkt schaffen oder die sich schlicht mit der Entscheidung schwer tun. Meistens spart man dabei auch noch ordentlich Verpackungsmüll. Für Dresdner bietet sich z.B. die Ökokiste vom Hof Mahlitzsch an. Wer seinen wöchentlichen Gemüse-Einkauf gern selbst zusammenstellt, freut sich wahrscheinlich darüber, wenn ihr einen Einkauf bei den Marktschwärmern übernehmt, bei denen regionale Waren direkt von den ErzeugerInnen an die EndkonsumentInnen überreicht werden, die vorher in aller Ruhe online ausgesucht und bezahlt wurden.

Selbstgemachte Backmischung statt Lebensmittelverschwendung

Mein simples Lebkuchen-Rezept eignet sich hervorragend, um hübsch geschichtete Gläser zu verschenken, zu denen nur noch die flüssigen Zutaten gegeben werden müssen. Das bietet sich besonders an, wenn ihr wie ich über die Weihnachtstage weg fahrt und eure Vorräte aufbrauchen möchtet. Auch Gewürzmischungen sind ein tolles Zero Waste Geschenk.

Foodie Geschenk im Glas

Topfpflanzen statt Schnittblumen

Die liebe Katha macht es vor und hat schon mehrmals Freude in Form ihrer kleinen Pilea-Babys verschenkt (dass meins eingegangen ist, ordne ich mal unter shit happens ein…). Viele Menschen freuen sich über Blumen, doch die sehen nach ein paar Tagen nicht mehr schön aus und werden entsorgt. Schade eigentlich. Deshalb trockne ich die schönsten Blumensträuße immer oder bitte gleich um Topfpflanzen. Vor allem selbst gezogene Ableger sind etwas ganz besonders, kosten quasi nichts und haben im Idealfall noch ein langes Leben. Noch ausgefallener sind Pilze anstelle von Blumen. Wenn die wachsen, sind sie nicht nur ein Hingucker, sondern auch noch lecker.

E-Books, Netflix und Guthaben-Karten statt Bücher, Blue-rays und Discs

Die meisten lieben wohl Bücher, Filme oder Videospiele oder wie ich alles davon. Blöd nur, dass daraus schnell eine Sammelwut entstehen kann. Deshalb lese ich fast nur noch auf meinem Kindle*, schaue Netflix und kaufe meine Videospiele nur online und nicht mehr als physisches Exemplar. Schenkt also vielleicht lieber E-Books, Netflix-Abos und Guthaben-Karten, wenn eure Liebsten nicht unheimlich großen Wert auf volle Regale legen.

Zeit und Erlebnisse schenken

Wann habt ihr zuletzt mit euren Freunden einen gemütlichen Abend mit selbstgekochtem Essen verbracht? Hat eure LieblingskollegIn dringend eine Massage nötig? Oder hat eure Mama schlicht keinen Wunsch und ohnehin zu viel Kram zuhause rumstehen? Dann schenkt die kostbarsten aller Güter: Zeit und Liebe. Hier könnt ihr euer Kreativität freien Lauf lassen und eure Liebsten beeindrucken, in dem ihr ihnen simpel zuhört und auf ihre Bedürfnisse eingeht. Es muss kein 5-Sterne-Wellness-Wochenende sein. Ein freier Abend, an dem ihr auf die Kinder aufpasst oder ein lange überfälliger Besuch alter Freunde macht glücklicher als jedes Ding es jemals könnte. Oder ladet jemanden zum gemeinsamen Shoppen in einen Verpackungsfrei-Laden ein. Weitere Inspirationen findet ihr z.B. auf Zeit statt Zeug.

Impact Investment und Spenden

Permagold Genossenschaftsanteile

Wie ihr vielleicht wisst, arbeite ich für die junge Dresdner Genossenschaft Permagold, die regenerative Landwirtschaft durch Permakultur betreibt, gesunde Bio-Lebensmittel erzeugt und das Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Lebensmittelbranche wie beim Endkonsument stärken möchte. Ich durfte den Geschenkgutschein* designen, den ihr euch ausdrucken und euren Liebsten schenken könnt. Mit einem Genossenschaftsanteil für 50 € ermöglicht ihr den Anbau von 16 qm Permakultur. Was genau eine Mitgliedschaft bei Permagold bedeutet, haben meine KollegInnen und ich euch auf einem Extrablatt in der Gutschein-PDF zusammengefasst.

Genossenschaftsanteile verschenken

Haare spenden

Verbindet euren nächsten Friseurbesuch doch mit einem guten Zweck und spendet eure Haare an Menschen, die z.B. durch Krankheit keine eigenen mehr haben. Das habe ich bereits vor zwei Jahren getan und meine Haare an Haare-spenden.de gesendet. Sobald ich einen Termin bei Art Factotum bekomme ‒ ich lass mir sonst von keinem anderen Friseur-Team mehr an meinen Haaren rumexperimentieren ‒ werden sie wieder gespendet. Dieses Mal gebe ich sie nicht in die Post, sondern bringe sie persönlich zu Maxi, die sie in ihrer Capilli Haarwerkstatt in Dresden zu einer Perücke verarbeiten wird, die dann kostenfrei jemanden glücklich macht, der sie mehr braucht als ich.

Geld spenden

Ihr könnt euren Liebsten eine ganz besondere Überraschung bereiten, in dem ihr in ihren Namen für sinnvolle Projekte spendet. Aber auch in eurem eigenen Namen garantiere ich euch ein wunderbares Gefühl dabei. Ich spende z.B. jeden Monat einen kleinen Betrag an Mein Grundeinkommen. Das hat sogar den Vorteil, dass ich dadurch immer automatisch zur Verlosung angemeldet werde und vielleicht selbst mal ein Jahr Grundeinkommen gewinne. Ich möchte aber vor allem auf die Thematik aufmerksam machen und Menschen zum Umdenken anregen, denn unsere Arbeitswelt wird sich ändern (müssen). Heute habe ich dank Pia von Kraftfutter die recht neue Website von Aid2People kennengelernt, auf der man ganz easy für diverse Projekte spenden kann. Das hilft zumindest mir sehr bei der Entscheidung, wo mein Geld hinfließen soll.

Sich selbst beschenken

Bitte vergesst niemals den wichtigsten Menschen in eurem Leben: euch selbst! Das hat absolut nichts mit Egoismus zu tun. Denn wie sollt ihr gute Arbeit leisten, für Familie und Freunde da sein und euren Verpflichtungen nachkommen, wenn ihr euch nicht gut um euch selbst kümmert? Also tut auch unbedingt etwas für euren Körper und eure Seele. Das könnte z.B. ein Coaching bei meiner lieben Freundin Christin von Schlicht & Einfach sein, bei der ihr praktischerweise auch Yoga-Stunden über yoga connects nehmen könnt. Die perfekte Kombi für persönliche Weiterentwicklung und Körpergefühl, wie ich finde. Oder ihr gönnt euch etwas anderes, das euch Entspannung und Freude schenkt.

Zero Waste ‒ Geschenke umweltfreundlich verpacken

Kommen wir nun zu dem Part, auf den sich die meisten von euch sicher besonders gefreut haben: Das Verpacken der sorgfältig ausgewählten Geschenke für unsere Liebsten. Denn alles, was nicht im Restmüll landet, schützt die Natur und nicht selten euren Geldbeutel.

Ulsto Korktasche Ikea Windlicht Depot Flechtkorb

Ganz auf Verpackungen verzichten

Auch hier weise ich wieder darauf hin, dass nirgends geschrieben steht, dass ein Geschenk fancy verpackt werden muss. Für kleine wie große Kinder sowie junggebliebene Erwachsene könnte man z.B. eine Schnitzeljagd oder Suche veranstalten, anstatt die Geschenke einfach auf den Tisch oder unter den Baum zu legen. So bleibt die Überraschung erhalten und sie haben auch noch Spaß beim Suchen. Oder ihr legt euer Geschenk in die Hände eurer Liebsten und umarmt sie herzlich. Geschenkpapier völlig überflüssig! Höchstens Taschentücher für die Freudentränen könnten praktisch sein, aber die gibts ja zum Glück aus Stoff.

Geschenk im Geschenk

Verpackung ist nur dann Müll, wenn sie nicht kompostierbar oder wiederverwendbar ist. Wenn ihr z.B. euer Geschenk in eine hübsche Tasche oder Brotbox legt, benötigt ihr auch hier kein Geschenkpapier und zumindest eine Überraschung ist trotzdem sicher. Wickelt Edelstahl-Trinkhalme in eine Küchenschürze. Legt Gutscheine in einen Terminplaner. Schenkt die selbstgemachte Backmischung in einem Stoffbeutel. Legt die SD-Karte in ein Stifte-Etui… Ich denke, ihr versteht was ich meine.

Geschenkverpackung ohne Kleben

Wem klassisch in Papier verpackte Kartons lieber sind, kann den Klebestreifen bitte gleich in der Schublade lassen. Nicht ohne Grund findet man um solche Geschenke meistens ein Band, welches ursprünglich das Einzige war, was alles zusammenhielt. Eine kurze und einfache Anleitung könnt ihr euch bei Alli Cherry ansehen.

Bitte greift nur nicht auf irgendein Geschenkpapier zurück, welches euren Anspruch an Nachhaltigkeit im Keim erstickt. Viele Papiere sind beschichtet, die Farben sind nicht umweltneutral und wenn ihr viele Geschenke verpackt, habt ihr am Ende auch viele Papprollen vor euch liegen. Deshalb nutze ich gern braunes Kraftpapier, das es als viel größere Rollen gibt und das meisten viel günstiger ist. Außerdem liebe ich die Schlichtheit solcher Geschenkverpackungen sehr.

Zeitungspapier statt Geschenkpapier

Auch Zeitungspapier, das wie bei unseren Nachbarn im Hausflur liegt, bis es zur Papiertonne gebracht wird, kann eine hübsche, kostenlose und umweltfreundliche Verpackung sein. Meine Mama hatte früher immer ihre Geschenke sorgfältig ausgepackt und das Papier im nächsten Jahr wiederverwendet. Diese Idee finde ich auch schön, allerdings werden sich Kinder beim Aufreißen kaum zurückhalten und ich möchte das ganze Papier auch nicht so lange aufbewahren.

Zum Dekorieren eurer Geschenke empfehle ich getrocknete Blumen, gesammelte Zweige (bitte schneidet keinen wehrlosen Busch kahl), getrocknete Orangen-Scheiben, Sternanis und Zimtstangen. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern duftet auch wunderbar und die Gewürze können problemlos zum Backen und Kochen verwendet werden, solange ihr auf Kleber zum Befestigen verzichtet.

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  1. Das sind ja unglaublich viele schöne Ideen! Ich finde die hohen Erwartungen an Weihnachten auch immer sehr furchtbar. Wenn man Kinder hat wird das leider noch schlimmer. Ich versuche das immer mehr zu reduzieren und den Focus an Weihnachten auf die Zeit miteinander, das reden, glücklich sein zu legen. Und natürlich auf den Ursprung von Weihnachten. Liebe Grüße Claudia

    • Kim-Alexandra Nagy sagt:

      Vielen Dank, liebe Claudia. Vor solchen Herausforderungen mit Kindern hab ich auch schon den größten Respekt, bin aber guter Dinge. In meinem Umfeld kenne ich bereits viele Menschen, die das so sehen wie wir 🙂