Radebeuler Jungdesigner Max Kunert ‒ Haute Coutur regional, fair und nachhaltig

Max Kunert, 17-jähriger Abiturient will Modeschöpfer werden

Mode gehört nicht zu meinen Hauptinteressen, jedoch tragen wir sie alle. Jeden Tag. Es gab Zeiten, in denen ich teilweise täglich die örtlichen Modegeschäfte besucht und Unmengen an Zeit und Geld in meine Kleidung investiert habe. So richtig zufrieden war ich aber nie sehr lange.

Von Fast Fashion zu nachhaltiger und fairer Mode

Einige Dokumentationen, eine Ausstellung zu Fast Fashion und viele hilfreiche Informationen später befinde ich mich nun an einem Punkt, an dem ich mir viel genauer überlege, woher ich meine Kleidung beziehe. Ich hab immer noch Klamotten von früher im Schrank, die nicht fair trade oder besonders hochwertig sind, aber was einmal im Textilkreislauf ist kann nicht einfach ausradiert werden. Daher ist Weitertragen, Verkaufen/Verschenken/Tauschen oder Upcycling die bessere Lösung, als sie einfach wegzuwerfen.

Plausch mit Jungdesigner Max Kunert beim Plätzchen backen für den guten Zweck

Max Kunert backt Plätzchen im Simmel Center DresdenMax Kunert kann nicht nur wunderschöne Kleider entwerfen, sondern auch mit Liebe Plätzchen für den guten Zweck dekorieren. Während die Plätzchen beim Mini-Weihnachts-BLOST vergangenes Wochenende im Ofen lagen, hatte ich die Freude mit Max Kunert über seine Arbeiten und faire Mode zu plaudern. Der 17-jährige entwirft seit bereits vier Jahren seine eigenen Kleider. Wie ich finde total beeindruckend. Nicht nur weil es eine vermeintlich frauendominierte Sparte ist, sondern vor allem weil er noch so jung ist und schon seine wahre Leidenschaft gefunden hat. Seine inspirierende Persönlichkeit und seine Meinung zu Fair Trade und nachhaltiger Mode haben mich dazu bewegt, ihn mit einem kleinen Blogbeitrag zu unterstützen. Abiturient will Modeschöpfer werdenMit gerade mal 17 Jahren kann Max Kunert bereits einige Leistungen im Bereich Modedesign vorweisen. Und dabei will er es noch lange nicht belassen.

Wie kommt ein 13-Jähriger zum Nähen?

Begonnen hat dieses Hobby wortwörtlich durch einen Beinbruch. In dieser Zeit (und davon hatte er damals eine Menge) nahm er sich eben keinen Controller oder ein Buch zu Hand, sondern Bleistift, Nadel und Faden. Sein erstes Werk war ein Faschingskostüm für seine jüngere Schwester. Einen Meilenstein auf seinem Weg zum professionellen Modedesigner hat Max Kunert bereits in der 11. Klasse mit seiner Facharbeit „Modedesign: Der Entstehungsprozess eines Haute Coutur Kleides“ gesetzt. Mittlerweile ist unter seinen Werken ein Kleid für den bekannten SemperOpernball entstanden, auf das auch schon die Presse aufmerksam wurde.

Die nächsten Schritte zum Traumberuf

Diese Leidenschaft möchte Max in Zukunft noch weiter ausbauen, sich weiterentwickeln und es vor allem zu seinem Beruf machen. Dafür ist er momentan auf der Suche nach Unterstützern für seine Crowdfunding-Kampagne. Leider blieb der ersehnte Erfolg bisher zwar aus, aber Max ist weiterhin frohen Mutes ‒ wie ich auch ‒ dass er seinen Traum trotzdem auf jeden Fall Wirklichkeit lassen wird.

Nicht nur schön, sondern auch nachhaltig

Natürlich hab ich ihn ein wenig ausgefragt, z.B. woher er seine Stoffe bezieht. Ausbeutung und Umweltverschmutzung in Indien oder ähnliches möchte ich nicht in meinem Blog unterstützen. Er versicherte mir, dass für seine Kleider nur fair produzierte und hochwertige Materialien zum Einsatz kommen und er gewissenhaft vor dem Kauf neuer Materialien recherchiert. Das Herzstück seiner besonderen Lernleistung, an der er seit letztem Jahr schreibt, ist ein Kleid aus 13 Meter italienischer Seide. Spätestens hier wird einem Laien wie mir ansatzweise bewusst, wie viel Arbeit, Liebe und nicht zuletzt Materialkosten in solch einem Werk stecken müssen. An dieser Stelle möchte ich meine Stimme nutzen und Max dazu anregen, in Zukunft vielleicht bei manchen Kleidern von tierischen Materialien wie Seide Abstand zu nehmen und auf pflanzliche Stoffe zurückzugreifen. Das wäre eine weitere Herausforderung für den mutigen Abiturienten und ein wunderschönes Statement gegen die Ausbeutung und Quälerei von Tieren.

Blaues Kleid aus italienischer Seide von Jungdesigner Max Kunert

Dieses anmutige Kleid ist das Herzstück der besonderen Lernleistung von Max Kunert. Fotos von Ilka Meffert

Wenn ihr Max und seine Leidenschaft unterstützen möchtet, könnt ihr dies noch bis Ende Dezember über seine Crowdfunding-Kampagne tun. Aber auch über das Interesse von modebewussten Damen (und bestimmt auch Herren, wage ich zu behaupten) freut er sich sicher sehr. Denn nur an einem Menschen kann seinen Kleidern letztendlich Leben eingehaucht werden und Max kann sich in neuen Kreationen verwirklichen.

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